Terror kurbelt Überwachungsindustrie an
BITKOM ortet Investitionslücke
In einer am Montag unmittelbar nach den jüngsten Anschlagsversuchen in Großbritannien unter der Rubrik "Homeland Security" veröffentlichten Pressemitteilung ortet der deutsche IT-Branchenverband BITKOM eine Überwachungstechnik-Investitionslücke zwischen Deutschland und Großbritannien.
Die Videokamera-Lücke
Im Gegensatz zu den britischen Überwachungstechnik-Anbietern, die 2006 einen Umsatz von umgerechnet 661 Millionen Euro hatten erzielen können, bewegten sich die Umsätze mit Kameras, Bildschirmen und Zubehör in Deutschland bei lediglich 185 Millionen Euro.
Dabei betrage der Anteil des Staates an den britischen Investitionen in Überwachungskameras immerhin 50 Prozent, während die öffentliche Hand in der Bundesrepublik nur für 25 Prozent an den Kameraumsätzen verantwortlich zeichne. Der Verband wirbt deshalb unter anderem für "intelligente Videosensorik", also Kamerasysteme, die automatisch Veränderungen in Bildern bemerken und auf sie hinweisen könnten.
Politik will mehr Kameras
Die deutsche Politik scheint unter dem Eindruck der Ereignisse in Großbritannien verstärkten Investitionen in Video-Überwachungssysteme nicht abgeneigt zu sein. Nach dem deutschen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble [CDU] sprach sich am Montag auch SPD-Bundestagsfraktionsvize Ludwig Stiegler in Berlin für mehr Videoüberwachung in Deutschlands Städten aus.
Stiegler: "Das würde das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern. Und es würde auch abschreckend wirken, weil man leichter erkannt und auch verfolgt werden kann."
(futurezone | Reuters)
