Umwälzungen auf dem Flachdisplay-Markt
Der Flachbildschirm-Markt ist im kommenden Jahr Analysten zufolge von gewaltigen Veränderungen geprägt.
Generell teilt sich der Markt in kleine und große Displays. Die vor einigen Wochen zu Ende gegangene Konferenz "Flat Panel Display International 2003" zeigte, welche Umwälzungen in beiden Sektoren bevorstehen.
Demnach wird der Markt für kleinere LC-Displays vor allem von so genannten organischen Elektroluminiszenz-Displays [OELD] bedroht. Letzere befanden sich bis vor kurzem noch im Prototypen-Stadium, wurden dann vor allem als Handydisplays verbaut und befinden sich nun auf dem Sprung auf den Massenmarkt.
Vorteil der OELDs ist, dass sie selbst leuchtend sind und somit keine Hintergrundbeleuchtung benötigen. Außerdem fällt bei ihnen das Problem mit dem eingeschränkten Betrachtungswinkel weg. Einziges Manko ist noch die Lebensdauer, die aber mittlerweile auf mehrere Jahre ausgedehnt wurde und ständig verbessert wird.
Plasma soll verdrängt werden
Im Bereich der großformatigen Displays, wie sie vor allem bei
Großbildfernsehern zum Einsatz kommen, wird der Platzhirsch Plasma
vor allem durch LC-Displays bedrängt. Dank Technologien, die bei den
großformatigen Displays zum Einsatz kommen, fällt bei den LCDs das
Problem mit dem Betrachtungswinkel weg.
Taiwan als größter LCD-ProduzentPreisfrage entscheidend
Treibender Faktor ist weniger die technologische Entwicklung, vielmehr die Preisfrage. Bis dato waren Displays jenseits der 32 Zoll [81 Zentimeter] Bilddiagonale stets um rund 750 Euro teurer als die Plasma-Pendants.
Samsung will durch verbesserte Produktionsbedingungen den Ausschuss so weit verringern, dass die Kosten von LCDs unter denen von Plasmaschirmen liegen. Samsung argumentiert, dass bei der Verbesserung der Ausschussrate noch Luft nach oben sei, während bei Plasmadisplays die Möglichkeiten bereits ausgereizt seien.
Matsushita hingegen, Verfechter der Plasmatechnologie, ist der Meinung, dass in diesem Bereich noch Verbesserungen möglich sind, und will nächstes Jahr aktiv investieren. Ziel sind "10.000 Yen pro Zoll im Jahr 2005", was bei einem 81-cm-Display Kosten von 2.400 Euro entsprechen würde.
Aktiv-Displays dominieren
Dritter Markttrend ist das Verschwinden von passiven Displays. Diese wurden vor allem in der Anfangszeit der LCDs eingesetzt, sind billiger zu produzieren, aber weniger leuchtstark und ziehen auf Grund ihrer Langsamkeit Leuchtspuren bei bewegten Bildern nach.
Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich derzeit beinahe ausschließlich auf Kleindisplays, etwa bei Handys. Der weltgrößte Hersteller von Passivdisplays, Tohoku Pioneer, hat heuer erstmals einen Teil seiner Produktion auf Aktivdisplays umgestellt. Das Unternehmen erwartet verstärkte Nachfrage vor allem im Kleindisplay-Bereich unter fünf Zoll, wie etwas bei Digicams, Videocams und Handys.
210 Millionen neue Farbdisplay-Handys
