Gnadenfrist für Windows 98
Microsoft wird die Unterstützung für die immer noch beliebten Betriebssysteme Windows 98 und Windows 95 einstellen, hält sich jedoch eine Hintertür offen.
Diese Woche hatte der Softwarekonzern angekündigt, Windows 98 und andere Softwareprodukte in Pension zu schicken. Zum einen ist der Produktlebenszyklus der betreffenden Software demnächst zu Ende, zum anderen muss sich das Unternehmen einem Gerichtsurteil im Zusammenhang mit der Verwendung von Java fügen.
Ab 23. Dezember sind entsprechende Downloads nicht mehr verfügbar. SQL Server 7, Office XP Developer, Windows 98 und viele Tools und Patches zu Office 2000 werden ab dann nicht mehr zur Verfügung stehen.
Aus im Jänner
Der Support von Windows 98 erstreckt sich - gegen Entgelt - nur
mehr bis zum 16. Jänner. Mehrere Unternehmen wollen nach dieser Zeit
immer noch Unterstützung anbieten.
Keine Updates mehr für Windows 98Große Verbreitung in Unternehmen
Laut IDC laufen 20 Prozent aller Windows-PC in den USA noch unter Windows 98 oder 95. Eine frische Stude von AssetMetrix zeigt aber, dass 80 Prozent der Unternehmen zumindest einige ihrer PCs noch unter Windows 95 oder Windows 98 laufen haben. "Wir fanden ein signifikantes Vorkommen von Windows 9x", so Steve O'Halloran, Chef der Forschungsabteilung bei AssetMetrix. Insgesamt 372.000 PCs wurden für die Studie unter die Lupe genommen.
Windows 95 liegt demnach mit 14,7 Prozent noch vor Windows NT4, das auf 13,3 Prozent der untersuchten Rechner installiert war. Windows 98 war auf 12,5 Prozent der Unternehmensrechner zu finden. Windows 2000 nahm mehr als die Häflte der Verteilung ein, während WinXP mit 6,6 Prozent ein Nischendasein führt.
Analysten sind der Meinung, dass der Abschied von Windows 98 und Windows 95 keine gröberen Probleme verursachen sollte. Gänzlich will Microsoft seine Altkunden dennoch nicht im Regen stehen lassen: für besonders schwere Sicherheitslücken, die nach dem offiziellen Produktlebenszyklus entdeckt werden, soll es weiterhin Patches geben.
Für Windows 98 soll es zumindest Online-Support geben, zu Windows 95 wollte Microsoft keine Angaben machen.
"Ich denke nicht, dass es Grund zur Aufregung geben sollte", meint Joe Wilcox, Analyst bei Jupiter Research. "In unternehmenskritischen Bereichen werden diese Betriebssysteme kaum mehr eingesetzt". Abgesehen davon sollte es dringendere Gründe zum Upgrade als das Ende des Lebenszyklus geben. "Diese alten Systeme wurden noch nicht mit dem Sicherheitsgedanken entworfen. Viele Passwörter werden im Klartext übertragen; darüber hinaus sind die Systeme anfälliger für Hack-Attacken".
