Löscher tritt Chefposten bei Siemens an

Nummer ZWÖLF
29.06.2007

Am Montag übernimmt der Österreicher Peter Löscher den Chefposten beim deutschen Technologiekonzern Siemens.

Löscher ist ab 1. Juli der neue Vorstandsvorsitzender des Siemens-Konzerns und damit der erste ausländische Chef in der Geschichte des Unternehmens. Offiziell antreten wird der 49-jährige Löscher seinen neuen Posten am Montag.

Abschied von Klaus Kleinfeld

Der ehemalige Manager des Siemens-Rivalen General Electric [GE] und des US-Pharmariesen Merck hat angekündigt, den größten industriellen Arbeitgeber Deutschlands nach einer Phase der Krise wieder in ruhigeres Fahrwasser steuern zu wollen. Er setze auf Evolution statt auf Revolution.

Der scheidende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld reichte am Freitag sein Amt an Löscher weiter und verabschiedete sich in einer E-Mail von seinen nunmehr ehemaligen Mitarbeitern.

"Ich verlasse Siemens mit vielen guten Erinnerungen an die Menschen, die Siemens zu diesem hervorragenden Unternehmen machen", schrieb er den Beschäftigten in der E-Mail. "Ich hoffe, dass Sie gemeinsam die stolze Tradition des Erfolgs von Siemens fortführen, und wünsche mir, dass Sie meinen Nachfolger, Herrn Peter Löscher, voll und ganz unterstützen."

Für eine "Zukunft ohne Affären"

Kleinfeld, der sein Amt im Streit mit führenden Aufsichtsratsmitgliedern aufgab, erklärte in dem Schreiben, die von ihm eingeleiteten Anti-Korruptionsprogramme seien die Basis für eine Zukunft ohne Affären.

"Wir wollen sicherstellen, dass solches Fehlverhalten nie wieder vorkommt und die Reputation unseres Unternehmens und seiner ehrlichen und hart arbeitenden Mitarbeiter beschädigt."

Würdigung durch Cromme

Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, mit dem sich Kleinfeld im Tauziehen um eine Vertragsverlängerung überworfen hatte, würdigte den elften Vorstandschef in der Geschichte des 160 Jahre alten Unternehmens: "Er hat vor allem durch die strategische Neuausrichtung den Grundstein für den heutigen wirtschaftlichen Erfolg von Siemens gelegt."

Löscher mahnte er, im Kampf gegen Korruption nicht nachzulassen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Vorstands bleibe, die Aufklärungsarbeit voranzutreiben sowie die internen Kontrollmechanismen weiterzuentwickeln.

(dpa)