Gericht setzt Frist für Code-Offenlegung
Im Rechtsstreit mit SCO hat IBM einen ersten Etappensieg errungen: Der zuständige Richter Dale A. Kimball vom Bundesgericht in Salt Lake City hat SCO dazu verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen Beweise für seine Behauptung vorzulegen, der Linux-Quellcode verletze SCO-Rechte.
Damit folgt der Richter der IBM-Argumentation, dass SCO in erster Linie versuche FUD [Fear, uncertainty and doubt] zu verbreiten, jeden Beweis aber bisher schuldig blieb.
Am 23. Jänner 2004 soll in der nächsten Anhörung geklärt werden, ob SCO den gerichtlichen Forderungen nachgekommen ist.
Die Vorwürfe, IBM hätte geistiges Eigentum der SCO Group bezüglich Unix widerrechtlich an die Linux-Gemeinde weitergegeben, wurde erstmals Anfang März vor Gericht gebracht. Seither gab es immer wieder Ankündigungen einer Code-Offenlegung - gesehen hat die betroffenen Stellen aber bisher niemand.
Unix-Patentklage gegen IBMEine Million Seiten Papier
IBM fordert nun die Offenlegung "des Quellcodes und anderen Materials in Linux, an dem der Kläger Rechte hält".
In einem zweiten Antrag forderte IBM die "detaillierte Beschreibung, wie IBM nach Ansicht von SCO die Rechte verletzt haben soll" und eine Antwort auf die Frage, ob SCO jemals den strittigen Code veröffentlicht habe.
"Das einzige was uns SCO bisher vorgelegt hat, ist der Quellcode, ausgedruckt auf einer Million Seiten Papier. Damit wollte man die Untersuchung wohl nur aufhalten," so IBM in einer Stellungnahme. "Wir wollen den Code nun in einer elektronischen Form, um ihn auch entsprechend analysieren zu können."
