Arrest für Camcorder-Einsatz im Kino
Ein neues Gesetz in Kalifornien soll ab 1. Jänner 2004 unter Strafe stellen, einen Camcorder in ein Kino mitzunehmen.
"Die Filmindustrie ist der treibende Motor für die ganze Stadt", rechtfertigt sich Polizeichef William Bratton auf einer Pressekonferenz.
Nachdem in den USA der Arrest durch Privatpersonen möglich ist, können auch Kinobesucher Personen festnehmen, die ein Aufnahmegerät in eine Vorführung schmuggeln. Eigene Schilder sollen künftig Kinobesucher auf das neue Gesetz aufmerksam machen.
Kalifornisches Vorbild
Das Abfilmen von Kinofilmen mittels Camcorder ist laut MPAA
[Movie Picture Association of America] für 92 Prozent aller
Raubkopien, die im Netz oder auf der Straße auftauchen,
verantwortlich. Die MPAA will das kalifornische Vorbild auch in
andere US-Bundesstaaten tragen.
MPAANoch von Gray Davis unterzeichnet
Das Gesetz wurde noch von Gouverneur Gray Davis unterzeichnet. Künftige Aufnahmetechnologien sind in dem Gesetz gleich mit einbezogen: das bedeutet, das sich auch Personen mit Handhelds, Kamerahandys oder MP3-Player mit Aufnahmefunktion strafbar machen könnten.
Das maximale Strafausmaß beträgt ein Jahr Haft plus eine Strafe von 2.500 USD. "Diese Diebe stehlen von Los Angeles und von der amerikanischen Kreativität", wetterte Stadtanwalt Rocky Delgadillo. Mit einem Handheld in der Hand proklamierte er auf der Pressekonferenz: "Wenn ich künftig mit einem solchen Gerät ein Kino betrete, muss ich mich fragen: 'Do I feel lucky?'"
