04.12.2003

IMPORTE

IT-Schrott bedroht Chinas Umwelt

Angeblich landen 80 Prozent des weltweit jährlich anfallenden Elektronikmülls in Asien und wiederum 90 Prozent davon in China. Und auch wenn diese Zahlen allzu hoch gegriffen klingen, ist die Dimension des Problems für China auf jeden Fall bedrohlich.

Das Land will sich jetzt aber mit gesetzlichen Maßnahmen gegen die zunehmende Umweltbelastung zur Wehr setzen. Das berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Ursprünglich habe sich der IT-Müll auf die südlich gelegene Provinz Guangdong konzentriert, berichtet Xinhua. Nunmehr seien aber Dutzende von Provinzen und Städten von dem Problem betroffen.

Gesundheitliche Bedrohung

Die große Menge des Computermülls stelle inzwischen eine ernste gesundheitliche Bedrohung für die Bürger dar, kritisieren Umweltaktivitsten:

"80 Prozent aller Kinder leiden wegen der Umweltverschmutzung durch den IT-Abfall an Atmungsproblemen und Hautkrankheiten", erklärte Lai Yun, eine chinesische Umweltschützerin, nach einem Besuch der in Guangdong gelegenen Stadt Guiyu.

Was sie in Guiyu gesehen habe, sei aber vermutlich nur die Spitze des Eisberges. Nach einer Zusammenstellung chinesischer Behörden gelten Städte in der Provinz Guangdong und in den Provinzen Zhejiang, Hebei, Hunan und Jiangxi als Zentren für die Sammlung und Verteilung von IT-Müll.

Als Reaktion auf das zunehmende Umweltproblem will China die PC-Produzenten per Gesetz dazu zwingen, die Wiederverwertung und den Handel mit alten Geräten zu übernehmen, berichtet Xinhua.