"Drogengangs heuern Hacker"
"Die Virenschreiber werden diese Schlacht gegen die Strafverfolger gewinnen", prophezeite Microsofts Europa-Direktor für "digital integrity", David Finn, Mittwochabend am Rande einer "Cybercrime"-Konferenz in Wiesbaden. Die Schadenssumme durch Viren betrage nicht weniger als 13 Milliarden USD in diesem Jahr.
Bis jetzt sei die überwiegende Zahl der Virenschreiber so davongekommen, und zu den 13 Milliarden kämen nochmals 3,8 an Extrakosten für Maßnahmen zur Netzwerksicherung gegen "Blaster" und Co, sagte Finn.
Handel mit Kokain
Was die Software-Piraterie angehe, so habe man mit vier Millionen
Einheiten 2003 doppelt so viele sichergestellt wie 2001. Mit einer
geschätzten Rate von 900 Prozent sei dieses illegale
Multimillionen-Geschäft neun Mal profitabler als der Handel mit
Kokain.
Österreich und die USA gegen "Cybercrime"Terror, Waffen, Drogen und IT
Während der Microsoft-Sicherheitsfachmann immerhin zu berichten wusste, dass die Piraten ihre Verbrechenszentren mittlerweile aus Kalifornien und Westeuropa nach Paraguay, Kolumbien, Burma und die Ukraine verlegten, wartete der oberste "Cybercrime"-Bekämpfer Großbritanniens mit noch etwas stärkerem Tobak auf.
Wir sollten nicht überrascht sein, wenn Terrororganisationen anfingen, Techniker zu rekrutieren, sagte Len Hynds, Chef der "National High Tech Crime Unit", das organisierte Verbrechen mache das schließlich längst.
Er kenne raffinierte Drogen- bzw. Waffenschmuggler-Gangs, die sich angeheuerter Hacker bedienten, um sich in die Server von "ahnungslosen Firmen einzuhacken". Dort würden sie dann ihre Attacken starten, dazu illegales Material ablagern und ihre Aktivitäten insgesamt verschleiern.
Warum noch rekrutiert wird
Die Gangs rekrutierten Menschen mit IT-Fähigkeiten aber nicht nur
"zur Mithilfe bei Internet-Verbrechen", sondern auch, um ihre eigene
Kommunikation abzusichern, was bei Verbrechern bekanntlich die
Achillesferse sei.
"Online-Banden erpressen Schutzgeld"
