04.12.2003

CYBER & CRIME

"Drogengangs heuern Hacker"

"Die Virenschreiber werden diese Schlacht gegen die Strafverfolger gewinnen", prophezeite Microsofts Europa-Direktor für "digital integrity", David Finn, Mittwochabend am Rande einer "Cybercrime"-Konferenz in Wiesbaden. Die Schadenssumme durch Viren betrage nicht weniger als 13 Milliarden USD in diesem Jahr.

Bis jetzt sei die überwiegende Zahl der Virenschreiber so davongekommen, und zu den 13 Milliarden kämen nochmals 3,8 an Extrakosten für Maßnahmen zur Netzwerksicherung gegen "Blaster" und Co, sagte Finn.

Terror, Waffen, Drogen und IT

Während der Microsoft-Sicherheitsfachmann immerhin zu berichten wusste, dass die Piraten ihre Verbrechenszentren mittlerweile aus Kalifornien und Westeuropa nach Paraguay, Kolumbien, Burma und die Ukraine verlegten, wartete der oberste "Cybercrime"-Bekämpfer Großbritanniens mit noch etwas stärkerem Tobak auf.

Wir sollten nicht überrascht sein, wenn Terrororganisationen anfingen, Techniker zu rekrutieren, sagte Len Hynds, Chef der "National High Tech Crime Unit", das organisierte Verbrechen mache das schließlich längst.

Er kenne raffinierte Drogen- bzw. Waffenschmuggler-Gangs, die sich angeheuerter Hacker bedienten, um sich in die Server von "ahnungslosen Firmen einzuhacken". Dort würden sie dann ihre Attacken starten, dazu illegales Material ablagern und ihre Aktivitäten insgesamt verschleiern.