Zwei Aufklärungssatelliten zerstört
Der Start einer japanischen Rakete mit zwei Aufklärungssatelliten ist am Samstag fehlgeschlagen. Die Trägerrakete vom Typ H-2A wurde kurz nach ihrem Abheben vom Weltraumzentrum auf der Insel Tanegashima auf Anordnung des Kontrollzentrums zerstört, wie die japanische Weltraumbehörde mitteilte.
Der Vorfall werde untersucht, hieß es weiter. Einzelheiten wurden nicht genannt. Nach einem Bericht des japanischen Rundfunksenders NHK konnte möglicherweise eine der Antriebsraketen nicht wie geplant abgetrennt werden.
Japan wollte mit den Satelliten Nordkorea beobachten, dem vorgeworfen wird, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben. Der ursprünglich für September geplante Start der H-2A-Rakete war bereits drei Mal wegen technischer Probleme verschoben worden.
"Das ist ein echter Schock", sagte ein Behördenvertreter. Ministerpräsident Junichiro Koizumi nannte den Fehlschlag bedauerlich. Er ordnete die Behörden an, den Grund für das Scheitern möglichst rasch zu klären. Zu den Kosten äußerten sich die Behörden nicht.
Japan überlegt Ankauf von Nordkorea-Sat-FotosRückschlag
Der Fehlstart bedeutet einen weiteren Rückschlag für das japanische Weltraumprogramm. Es war bereits das dritte Mal in den vergangenen fünf Jahren, dass ein bedeutender Raketenstart des Landes gescheitert war.
Im November 1999 musste das Kontrollzentrum am Boden eine Rakete vom Typ H-2, dem Vorgängermodel der H-2A, wenige Minuten nach dem Start zerstören. Ein umgerechnet 76,4 Millionen Euro teurer Satellit wurde dabei ebenfalls zerstört und das H-2-Programm einen Monat später abgebrochen.
1998 hatte ein ebenfalls ein missglückter Start umgerechnet Kosten in Höhe von rund 457 Millionen Euro verursacht.
