Microsoft lässt Google auf den Desktop
Microsoft und Google haben ihren Konflikt über die Suchfunktion von Windows Vista beigelegt. Redmond wird sein Betriebssystem für konkurrierende Suchsysteme öffnen.
Wie das US-Justizministerium am Dienstag in Chicago mitteilte, erklärte sich Microsoft damit einverstanden, die Suchfunktion "Instant Search" seines Betriebssystems Windows Vista auch für Konkurrenzprodukte zu öffnen.
Warten aufs Service Pack
Mit dem ersten Service Pack für Windows Vista, das noch vor Jahresende kommen soll, wird dann über Internet Explorer und eine Option im Startmenü eine Möglichkeit erreichbar sein, die es den Usern erlaubt, eine andere Suchmaschine als jene von Microsoft auszuwählen.
Microsoft wird außerdem Google und anderen Unternehmen technische Informationen zur Verfügung stellen, wie diese ihre Suchoptionen unter Vista optimieren können.
Google zufrieden
Google hatte im vergangenen Dezember eine Beschwerde beim Justizministerium eingereicht, in der sich die Firma darüber beklagte, dass Microsoft in Sachen Desktop-Suche keine alternativen Suchmaschinen auf Vista zulasse. Ein Unternehmenssprecher von Google zeigte sich mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden.
Microsoft selbst bezeichnete Googles Vorwürfe als "haltlos" und wies darauf hin, dass es auf Grund seines Anti-Trust-Abkommens mit der US-Regierung dazu verpflichtet sei, den Forderungen des Ministeriums und der Staatsanwaltschaft nachzukommen. Besagtes Abkommen aus dem Jahr 2002 wird im November 2007 auslaufen.
Monopoly
Anfang Juni hatte die "New York Times" berichtet, dass das US-Justizministerium Googles Beschwerde zurückgewiesen habe. Zahlreiche US-Bundesstaaten hatten den Fall aber weiterverfolgt und sich nicht an die Empfehlung aus Washington gehalten. Das US-Justizministerium und Microsoft sind nun von ihrer ursprünglich ablehnenden Position abgerückt.
Unterdessen ist Google selbst Gegenstand einer wettbewerbsrechtlichen Untersuchung. Nach dem Kauf von DoubleClick wird dem Unternehmen vorgeworfen, selbst auf dem Markt für Internet-Werbung eine monopolähnliche Stellung einzunehmen.
(Reuters)
