Banges Warten für EMTS
Beim Salzburger Handy-Dienstleister EMTS, der an der Züricher Börse notiert ist, geht es derzeit ums Überleben.
EMTS-Vorstand und -Aufsichtsrat verhandeln derzeit intensiv mit der Bank Austria Creditanstalt [BA-CA], wenn keine Vereinbarung gefunden werde, sei bis zum Konkurs hin "alles möglich", so EMTS-Vorstand Christian Rosner. Konkret geht es um Netto-Bankverbindlichkeiten in Höhe von 15,7 Mio. Euro, bis Montag soll eine Entscheidung fallen.
"Wir sind in einer sehr, sehr schwierigen Situation", so Rosner. Die Forderungen in Höhe von knapp 16 Mio. Euro seien für ein Unternehmen, das 2004 rund 30 Mio. Euro Umsatz und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] von einer Mio. Euro anpeile, ein "Rucksack, der der EMTS die Luft nimmt".
Laut Rosner wird EMTS am Montag vor Börsenbeginn ad hoc ein klares Statement über das weitere Vorgehen geben. Die EMTS-Aktie ist derzeit vom Handel ausgesetzt.
EMTS setzt Aktienhandel ausVerhandlung der Möglichkeiten
Daher werde derzeit mit der BA-CA über verschiedene Möglichkeiten wie einen Schuldennachlass oder den Wandel der Forderungen in Mezzanin-Kapital verhandelt. "Die Bank Austria ist unser Hauptgläubiger, auf sie entfallen 95 Prozent unserer Verbindlichkeiten", so Rosner.
Das operative Geschäft in den verbliebenen Tochterfirmen in Deutschland, Italien und Spanien würde indes "ganz gut" laufen, berichtete Rosner.
Der Handyhersteller Nokia hatte Anfang Februar 2003 die Verträge mit EMTS gekündigt. In einem umfassenden Bereinigungsprozess der EMTS-Gruppe wurden darauf die Tochterfirmen in der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Österreich, Norwegen und Dänemark in den Konkurs geschickt bzw. liquidiert. In Finnland und Monaco wurden die Töchter verkauft.
