Zweithandys aus dem Supermarkt
Die Handymarke Xelibri, mit der Siemens das Mobiltelefon als Mode-Accessoire hatte etablieren wollen, wird jetzt beim deutschen Lebensmittel-Discounter Penny verkauft.
In Zeitungsinseraten und auf seiner Website bewarb der zur Handelsgruppe Rewe gehörende Supermarkt am Montag ein Handy aus der inzwischen ausgelaufenen Frühjahr-Sommer-Kollektion von Xelibri. Gleichzeitig startet Siemens den Vertrieb der neuen Herbstkollektion - freilich nicht über Supermärkte.
Penny verkauft die alte Telefonserie, die bei Siemens 275 Euro gekostet hatte, für 119 Euro. Schon vor einigen Wochen war das Modell in den ebenfalls zu Rewe gehörenden Toom-Warenhäusern angeboten worden.
Schlussverkauf wie bei Modeartikeln
Ein Sprecher von Siemens Mobile sagte, durch den Verkauf im
Supermarkt werde das Image der Marke nicht geschwächt. "Die
Restbestände kommen in den Schlussverkauf, wie das bei Modeartikeln
halt so ist", sagte er.
Die neue KollektionMit der Zweitmarke Xelibri hatte Siemens dem Mobiltelefon neue Absatzmärkte als Mode-Accessoire mit saisonal wechselndem Design eröffnen wollen.
Die Geräte mit aufwendigem Design und eher einfacher Technik werden - ohne die sonst übliche Preisermäßigung durch einen gleichzeitig abgeschlossenen Telefonvertrag - in Modeboutiquen verkauft. Den Produktstart Anfang des Jahres hatte eine aufwendige Werbekampagne begleitet.
Vor einigen Tagen hatte Siemens bekannt gegeben, das Vertriebskonzept für Xelibri werde nach hohen Verlusten geändert. Künftig sollen die Geräte auch über Mobilfunkanbieter und in Elektromärkten verkauft werden. Gleichzeitig kommt eine neue Kollektion auf den Markt, deren vier Protagonisten zwischen 150 und 300 Euro kosten. Alle Handys verfügen über ein Farbdisplay.
Abschreibungen für Xelibri hatten das Ergebnis von Siemens Mobile im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 (30. September) mit einem zweistelligen Millionenbetrag belastet. Siemens Mobile ist mit neun Prozent Marktanteil der viertgrößte Handyhersteller der Welt.
