Europol soll "Kinder im Internet schützen"
EU-Justizkommissar Franco Frattini hat vorgeschlagen, Europol auf den Handel mit Gewalt verherrlichenden Computerspielen anzusetzen.
Die Europäische Union will entschlossener gegen Gewaltvideos und Gewalt verherrlichende Computerspiele vorgehen. Dabei könnte künftig auch die europäische Polizeibehörde Europol zum Zug kommen, schlug EU-Justizkommissar Franco Frattini am Mittwoch bei einem Treffen der europäischen Justizminister in Luxemburg vor. Eine Schwarze Liste verbotener oder indizierter Spiele sei hingegen nicht in Sicht: Nur Deutschland habe in einer EU-weiten Umfrage eine Auflistung vorgelegt. Aus allen anderen Staaten fehlten solche Angaben.
Einschlägige Regeln im Strafrecht
Die Ratsvorsitzende und deutsche Ressortchefin Brigitte Zypries sagte, fast alle Mitgliedsstaaten hätten eine Altersregelung für Videospiele. Einschlägige Regeln im Strafrecht, zum Jugendschutz und zu Verbot oder Zulassung seien aber - soweit vorhanden - höchst unterschiedlich. Alle Länder seien indes "gewillt, gegen diese Art von Gewalt- und Killerspielen vorzugehen", sagte Zypries.
Der portugiesische Ressortchef Alberto Costa, der am 1. Juli den Vorsitz des Justizministerrates übernimmt, kündigte weitere Schritte auf diesem Gebiet an. Kinder und Jugendliche müssten geschützt werden. Frattini meinte, Gesetze müssten und könnten dafür nicht angepasst werden. Die EU könne aber ihre Zusammenarbeit verbessern: "Warum sollte man Europol nicht die zusätzliche Aufgabe geben, Kinder im Internet zu schützen?" fragte Frattini.
(dpa)
