16.11.2003

KOLPORTIERT

Zweite AMD-Chipfabrik in Dresden

Der Bau einer zweiten Chipfabrik des US-Halbleiterkonzerns Advanced Micro Devices [AMD] in Dresden ist offenbar beschlossene Sache.

Bereits Ende kommender Woche solle in der sächsischen Landeshauptstadt der erste Spatenstich für das Milliardenprojekt gesetzt werden, erfuhr Reuters am Samstag in Dresden aus Branchenkreisen.

Es stehe nur noch die Zustimmung des zuständigen Bundestagsausschusses für eine Millionenbürgschaft des deutschen Bundes in Höhe von 336 Millionen Euro aus. Das Investitionsvolumen werde deutlich über 1,1 Milliarden Euro liegen, hieß es.

Bürgschaften und Zuschüsse

Geplant ist nach Angaben aus Kreisen des Landtags-Finanzausschusses, dass Bund und Land gemeinsam Kredite im Gesamtvolumen von rund 700 Millionen Euro zu 80 Prozent verbürgen. AMD könne zudem mit Fördermitteln in dreistelliger Millionenhöhe rechnen.

Es gelte als sicher, dass der Bürgschaftsausschuss des Bundestags am Montag in Berlin zustimmen werde, hieß es in den Kreisen weiter. Die "Sächsische Zeitung" berichtete unter Berufung auf regierungsnahe Kreise, die Bundesbürgschaft für das Werk in Dresden bedeute zugleich das Aus für die geplante Chipfabrik in Frankfurt [Oder] in Brandenburg.

AMD machte auf Anfrage keine näheren Angaben. Der Unternehmenssprecher für Europa, Jens Drews, sagte Reuters: "Kein Kommentar." Man werde erst dann etwas sagen, wenn es etwas zu verkünden gebe.