12.11.2003

FIBER2DESK

"Bandbreite ist wie eine Droge"

Das Hongkonger Telekom-Unternehmen Hutchison Telecom will sein Glasfasernetz zukünftig direkt zu Einzelkunden bringen.

Mit einem Marktanteil von 40 Prozent der erfolgreichste private Anbieter, will Hutchison damit seine gewaltige Infrastruktur besser auslasten.

Peter Wong, CEO der Hutchison-Telekom-Netzwerke, erläutert die Strategie: "Wir gehen in der Wertschöpfungskette einen Schritt zurück. In Zeiten der zunehmenden Telekom-Konkurrenz besinnen wir uns wieder auf unsere Grundbausteine - die Glasfasernetze."

Das Unternehmen hat in weit mehr als 50 Prozent aller Gebäude in Hongkong Glasfaserleitungen gelegt.

"Bandbreite ist wie eine Droge"

"Wir sind in der Lage, jeder Wohnung und jedem Büro in unserem Einzugsgebiet vollen Ethernet-Zugang von zehn MBit pro Sekunde zu bieten - zur jeweils alleinigen Verfügung", sagt Wong. "Bandbreite ist wie eine Droge. Je mehr man hat, umso mehr benötigt man auch."

Bereits jetzt bietet das Unternehmen IP-Videotelefone für Privatkunden an. In entsprechend ausgestatteten Wohnblocks wird das Telefon einfach an eine Ethernet-Steckdose gesteckt, der Kunde muss sich um sonst nichts kümmern.

"Das Tolle an Glasfaser ist, dass es beinahe unbegrenzt erweitert werden kann. Durch die Verwendung immer detaillierter aufgeschlüsselter Farbenspektren wird die Bandbreite ständig erhöht - und zu guter Letzt bleibt immer noch die Möglichkeit, neue Leitungen in die bereits vorhandenen Schächte einzuziehen", so Wong.

Anwendungen wie Videotelefonie sollen den durch den bisherigen Internet-Verkehr bei weitem nicht ausgelasteten Bandbreitenvorrat besser füllen.

Kein eigenes Netz in China

Neue Geschäftsgelegenheiten erwachsen auch durch die Nähe und die seit 1997 neu geknüpften Beziehungen zu China:

"China ist ein äußerst interessanter Markt für uns", bekräftigt Wong gegenüber der futurezone. "Wir sind bereits eine Partnerschaft mit China Telecom eingegangen und haben auch zwei Glasfaser-Backbones an deren Netz angeschlossen."

Selbst Leitungen in China zu legen, hält Wong nicht für praktikabel: "China ist zu groß für ein derartiges Vorhaben. Wir kooperieren lieber mit China Telecom."