11.11.2003

GEBURTSTAG

20 Jahre Computerviren

Der 10. November 1983 gilt allgemein als der offizielle "Geburtstag" der Computerviren:

Zwar war der Link-Virus "Elk Cloner" für den Apple II schon 1982 "in the wild" unterwegs und verschiedene Informatiker hatten sich schon vor 1983 mit dem Prinzip beschäftigt, aber der Begriff "Computervirus" wurde 1983 erstmals geprägt.

Der "Vater" der Viren war der Student Fred Cohen, der für seine Doktorarbeit an der University of Southern California nicht nur den Begriff, sondern auch die erste griffige und bis heute gültige Definition schuf:

Demnach ist "ein 'Computervirus' ein Programm, das andere Programme 'infizieren' kann, indem er sie so modifiziert, dass sie eine [möglicherweise veränderte] Kopie von sich enthalten".

Ausbreitung grantiert

Cohen hat aber nicht nur die Virus-Definition geliefert, sondern auch eine Reihe von Viren selbst programmiert, um seine Theorie zu untermauern: Der erste nistete sich dabei in das Programm "VD" für den "Vax"-Rechner ein.

Nachdem sich der erste Virus auf dem Testrechner noch schneller duplizierte, als Cohen vorhergesagt hatte, stellte er am 10. November 1983 sein Konzept erstmals in einem Seminar vor. Cohen sah zudem das "Potenzial" voraus, das die Viren hatten, wenn sie sich nicht innerhalb eines Rechners, sondern in Netzwerken ausbreiten würden.

Nach ihrer offiziellen "Entdeckung" dauerte es noch drei Jahre, bis die digitalen Schädlinge ihr heutiges Hauptverbreitungsgebiet erstmals betraten: 1986 verbreitete sich mit dem "Brain"-Virus erstmals ein PC-Virus.

"Brain" wurde von zwei pakistanischen Brüdern geschrieben, die eine Software-Firma betrieben und eigentlich nur die illegale Verbreitung ihrer Software "dokumentieren" wollten.

Erfolgsgeschichte

Im Folgenden entwickelten sich die Viren vor allem parallel zur weiteren Ausbreitung von Microsofts Windows-Betriebssystem, wobei die beiden wichtigsten Impulse vom Aufkommen der Macro-Viren und natürlich dem Boom des Internets als "Vertriebskanal" ausgingen.

Inzwischen wird davon ausgegangen, dass etwa 63.000 verschiedene Viren im Internet unterwegs waren oder sind, wobei allein in der ersten Jahreshälfte 2003 fast 4.000 neue dazugekommen sein sollen.

Während allerdings die Zahl der Viren und ihre Verbreitung boomt, bleiben ihre Schöpfer weitgehend unbekannt: Angesichts der Masse verschiedener Viren wurden bisher nur wenige Autoren ausgeforscht, und die Zahl der Verhaftungen lässt sich an einer Hand abzählen.