07.11.2003

NET SEND

FTC warnt vor Windows-Nachrichtendienst

Schon öfter kam Microsoft wegen ungefragt "ab Werk" eingebauter Funktionen in seinem Betriebssystem in die Kritik. Vor allem die Informationsgier des Softwarekonzerns und die mangelnde Sicherheit des Betriebssystems wurden immer wieder beanstandet.

Die US-Handelsbehörde FTC [Federal Trade Commission ] warnt nun vor einer kaum genutzten Funktion in Windows, die von Marketingunternehmen bevorzugt zum massenhaften Versand von Pop-up-Spam missbraucht wird.

Nur durch die Deaktivierung des Nachrichtendienstes [Net Send] könne man solchen Spam-Attacken und möglichen Sicherheitsproblemen aus dem Weg gehen.

Verwirrendes Erscheinungsbild

Der fest ins Betriebssystem Windows integrierte Nachrichtendienst [hat nichts mit Windows und MSN Messenger zu tun] wird von Privatanwendern sowie in Firmennetzen nur äußerst selten benutzt.

Stattdessen haben sich Unternehmen wie 3032.com, Scintillant und D Squared Solutions darauf spezialisiert, Windows-Nutzer über das eingebaute Feature mit Pop-ups zu überschwemmen. Die Werbung öffnet sich am Desktop, ohne dass der User mit dem Browser im Internet surft, der bloße Online-Status genügt.

Zusätzlich für Verwirrung sorgt das Design der Messages, das den üblichen Windows-Systemnachrichten gleicht.

Service-Pack 2 deinstalliert "Net Send"

AOL gab Ende Oktober bekannt, den Nachrichtendienst über die automatische Update-Funktion seiner eigenen Software abgeschaltet zu haben.

Microsoft hat unterdessen angekündigt, den Dienst zum Versenden von Systemnachrichten mit dem Service-Pack 2 für Windows XP standardmäßig zu deaktivieren. Das Service-Pack soll den MS-Kunden Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Wer nicht bis zum Erscheinen des zweiten SP warten möchte, kann den Dienst mit der Installation des MS-Patch loswerden oder die Einstellungen händisch [Systemsteuerung/Verwaltung/Dienste/Nachrichtendienst/Starttyp "Deaktiviert"] vornehmen.