WorldCom-Reorganisation wurde gebilligt
Das Insolvenzverfahren des Telekommunikations-Konzerns WorldCom Inc. nähert sich seinem Ende.
Das in den schlimmsten US-Bilanzskandal der Geschichte verwickelte Unternehmen könnte Anfang nächsten Jahres sein bereits 15 Monate dauerndes Insolvenzverfahren beenden. WorldCom wird in MCI umbenannt und nimmt damit den Namen seiner Telefontochter an.
Der New Yorker Insolvenzrichter Arthur J. Gonzales hat den Reorganisationsplan der Gesellschaft gebilligt, teilte Konzernchef Michael D. Capellas am Freitagabend mit. Damit sei der Weg für eine Beendigung des Insolvenzverfahrens geebnet. Man habe dies rascher erreicht als erwartet.
Telko aus Mississippi
WorldCom war mit seinem ehemaligen Chef Bernie Ebbers von einer
winzigen Telefongesellschaft in Mississippi seit 1983 durch zahllose
Firmenaufkäufe zur zweitgrößten US-Ferngesprächsgesellschaft nach
AT&T aufgestiegen. Das Unternehmen hatte aber Verluste von elf
Milliarden USD verheimlicht und musste nach Bekanntwerden der
Bilanzbetrügereien das Insolvenzverfahren beantragen.
WorldComWorldCom-Aktionäre gehen leer aus
Die WorldCom-Aktionäre, deren Anteile einst 180 Milliarden USD wert waren, gehen leer aus. Rund 30.000 WorldCom-Bedienstete haben inzwischen ihren Job verloren. Die Gesellschaft hat jetzt nach Darstellung von Capellas noch 55.000 Beschäftigte und 20 Millionen Kunden. WorldCom schuldete seinen Gläubigern ursprünglich 41 Milliarden USD. Die Firma wird allerdings mit nur rund fünf Mrd. USD Schulden aus dem Insolvenzverfahren gehen.
Das Unternehmen hat einen Umsatz von 24,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 500 Millionen USD prognostiziert, berichtete die Onlineausgabe der "New York Times" am Samstag.
AT&T, Verizon und andere Telekomunternehmen hatten versucht, das Insolvenzverfahren zu verlängern oder eine WorldCom-Liquidation zu erreichen. Sie sehen in der drastischen Schuldenreduzierung und anderen durch das Insolvenzverfahren entstandenen Vorteilen eine Belohnung der Bilanzbetrügereien ihres großen Konkurrenten.
