Heftigster Sonnensturm seit Jahren
Einer der stärksten Sonnenstürme seit Jahrzehnten fegt derzeit über die Erde und stört Luftverkehr sowie Kommunikation. Auf der sonnenbeschienenen Seite der Erde drohten mehrstündige, schwere Funk-Blackouts.
Die Deutsche Flugsicherung begrenzte am Mittwoch aus Sicherheitsgründen die Zahl der Flüge, was zu Verspätungen führte. Berichte über Risikosituationen gab es allerdings nicht.
Das Geoforschungszentrum Potsdam stufte den Sonnensturm als den stärksten seit 14 Jahren ein. Er wird nach Erwartung der US- Atmosphärenforschungsbehörde NOAA noch einige Tage andauern. Für Menschen auf dem Erdboden ist das Phänomen nicht gefährlich.
Die zurzeit außergewöhnlich aktive Sonne hatte am Dienstag eine gigantische Wolke elektrisch geladener Teilchen ins All geschleudert - nach Daten der US-Raumfahrtbehörde NASA der drittgrößte Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1976. Die Wolke ist der NOAA zufolge 13 Mal größer als die Erde und hat nach Messungen des Geoforschungszentrums Potsdam am frühen Mittwochmorgen unseren Planeten erreicht. Die elektrisch geladenen Teilchen störten das Erdmagnetfeld erheblich.
Weltraumwetterbericht der NASASatelliten in Gefahr
Der schwere "geomagnetische Sturm" kann Satelliten, Kommunikationsverbindungen, den Radioempfang, die Navigation und - vor allem großräumige - Stromnetze beeinträchtigen.
Am Nachthimmel können vermehrt Polarlichter auftreten. Sie sind in Extremfällen und bei klarem Himmel noch weit im Süden bis auf Höhe von Mailand sichtbar. Laut NOAA ist der neue Sonnensturm hundert Mal so stark wie der vor einer Woche gemeldete, der glimpflich verlief.
Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam ist die derzeitige Aktivität der Sonne außergewöhnlich, da das Maximum der periodisch schwankenden Sonnenaktivität bereits drei Jahre zurückliegt. Nach Erkenntnis von Forschern der Max-Planck-Gesellschaft ist die Sonne seit 1940 so aktiv wie niemals zuvor in den vergangenen 1000 Jahren. Die Gründe dafür sind ungeklärt. Der elfjährige Aktivitätszyklus der Sonne wird jedoch von langfristigen Schwankungen überlagert.
