Biometrie-Boom für Deutschland erwartet
Politik subventioniert Sicherheitsindustrie
Wie der deutsche Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien [BITKOM] am Montag bekannt gegeben hat, erwartet eine im Auftrag des Verbands von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellte Studie für den Zeitraum von 2006 bis 2010 ein Wachstum des deutschen Biometrie-Markts in Höhe von mehr als 100 Prozent.
Verkaufshit Fingerprint-Scanner
Roland Berger Strategy Consultants erwartet, dass die Umsätze auf dem Markt für Fingerabdruck-Scanner, Gesichtserkennungsverfahren und andere biometrische Sicherheitstechnologien von 120 Millionen Euro [2006] auf 300 Millionen Euro [2007] wachsen werden.
Laut Studie bleiben Fingerprint-Erkennungssysteme die wichtigste Technologie der Branche, Gesichtserkennungssysteme holten aber auf, ihr Anteil am Umsatz werde bis 2010 von 20 auf 30 Prozent steigen.
Gemäß BITKOM ist die öffentliche Nachfrage für Sicherheitssysteme der stärkste Treiber für das Wachstum des Biometriemarkts. Laut Soreon Research wird der staatliche Anteil der Nachfrage 2009 bereits auf 45 Prozent des deutschen Gesamtmarkts gestiegen sein. Der weltweite Umsatz der biometrischen Industrie lag laut Schätzungen der International Biometric Group im Jahr 2006 bei 1,8 Milliarden Euro und wird bis 2010 auf 4,8 Milliarden Euro steigen.
Biometrie und RFID
Auch in Österreich ansässige Firmen profitieren massiv von der staatlichen Nachfrage für Überwachungssysteme aller Art. Die biometrischen Daten in den neuen Sicherheitspässen werden in Funkchips [RFID-Chips] gespeichert, um sie bei Kontrollen drahtlos auslesen zu können. Drei der bedeutendsten Funkchip-Hersteller auf dem Weltmarkt - NXP, Infineon und ams - haben ihre Entwicklungszentren in und um Graz.
