InPhase

Erster Holo-Speicher kommt im Herbst

19.05.2007

Seit über 40 Jahren wird am holografischen Speicher gefeilt. In diesem Herbst kommt die erste "HoloDisc" mit 600 GB auf den Markt. Hohe Kapazität und schnelle Übertragungs-geschwindigkeit sollen das Medium als Back-up-Lösung für Firmen attraktiv machen.

Während derzeit die zwei Formate HD-DVD und Blu-ray um das DVD-Erbe kämpfen, stehen für die fernere Zukunft längst weitere Technologien in den Startlöchern.

Schon seit den 60er Jahren fällt dabei immer wieder das Schlagwort "Holografie" - doch bis heute hat es gedauert, bis der erste holografische Speicher Marktreife erlangt hat.

Das US-Unternehmen InPhase Technologies hat angekündigt, diesen Herbst eine erste HoloDisc mit 600 Gigabyte und ein Laufwerk auf den Markt zu bringen.

InPhase ist Ende 2000 aus Lucent Technologies und den Bell Labs hervorgegangen. Inzwischen arbeitet InPhase mit Firmen wie Hitachi Maxell, Imation, Mitsubishi und Bayer zusammen.

3-D-Speicherprozess

Die HoloDisc wird unter der Bezeichnung "Tapestry" vermarktet, das erste Modell ist nur ein Mal beschreibbar.

Vorteil des holografischen Datenspeichers ist, dass das komplette Volumen des Aufzeichnungsmaterials genutzt werden kann, und nicht nur die Oberfläche.

Holografische Speicher erlauben zudem eine sehr hohe Datentransferrate von derzeit bis zu 160 Mbit/Sekunde. An einer weiteren Erhöhung wird gearbeitet.

Bis zu 1,6 Terabyte

In späteren Produktgenerationen sollen auch wiederbeschreibbare Holografie-Speichermedien mit Speicherkapazitäten von bis zu 1,6 Terabyte Platz auf den Markt kommen.

Der Preis für die 600-GB-Disc liegt bei 180 Dollar [133 Euro], für das Laufwerk müssen 18.000 Dollar [13.319 Euro] berappt werden.

Back-up-Lösungen für Firmen

Spiele oder Videos werden so schnell sicher nicht auf HoloDisc erhältlich sein.

Denn Anwendungsgebiet für die Speicherlösung ist auf Grund des hohen Preises nicht der Privatnutzer, sondern vor allem Firmen, die schnelle und leistungsfähige Systeme zur Archivierung suchen.

Aktuell werden solche Back-ups meist mit Bandlaufwerken erstellt. Holografische Speichersysteme sollen durch hohe Zuverlässigkeit und einfache Handhabung punkten. Vorreiter könnten nach Vorstellung des Anbieters etwa Banken, Büchereien, Behörden oder Konzerne sein.

(Guardian)