Intel-Gewinn mehr als verdoppelt
Dank eines Rekordvolumens bei der Auslieferung von Prozessoren und Chipsätzen hat der weltgrößte Chiphersteller Intel im dritten Geschäftsquartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt und die Analystenerwartungen übertroffen.
In einem Reuters-Interview führte Intel-Finanzchef Andy Bryant den Anstieg des Gewinns über das ganze Jahr verteilt auf Einsparungen und Kostendämpfungen zurück sowie auf Investitionen in neue Produkte, die zu einem Zeitpunkt gegriffen hätten, als die Nachfrage ein wenig angezogen habe.
Große Bruttogewinne könne das Unternehmen vor allem wegen starker Nachfrage nach Laptops und Servern verzeichnen: "Einen überwältigenden Anstieg in der Unternehmensnachfrage nach Informationstechnologie haben wir nicht gesehen", sagte Bryant bei einer Analystenkonferenz.
Die Intel-Umsätze werden von Analysten als ein wichtiger Indikator für die Nachfrage-Entwicklung in der PC-Branche gesehen.
Spannung vor QuartalszahlenNachfrage in Schwellenländern
Besonders starke Nachfrage nach Intel-Produkten habe es im dritten Quartal vor allem in Schwellenländern wie China, Russland und Indien gegeben, sagte Bryant. Die Umsätze in den USA seien geringer gestiegen.
Charlie Glavin, Analyst bei ThinkEquity Partners, bezeichnete die Ergebnisse und den Ausblick Intels als äußerst positiv:
"Sie steuern direkt auf ein wirklich starkes viertes Quartal zu", sagte Glavin. Dan Scovel von Needham & Co sagte dagegen, die Zielsetzung beim Umsatz sei etwas unter den Erwartungen.
Intel bezifferte den Nettogewinn im dritten Quartal auf 1,7 Milliarden USD oder 25 US-Cent je Aktie nach 686 Millionen USD vor einem Jahr.
Der Umsatz habe auf 7,8 Milliarden USD zugelegt, teilte das im kalifornischen Santa Clara ansässige Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Intel selbst hatte Erlöse von 7,6 Milliarden USD prognostiziert, während Analysten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 23 US-Cent bei 7,7 Milliarden USD Umsatz vorausgesagt hatten. Der Kurs der Intel-Aktien stieg nachbörslich um 76 Cent auf 31,84 USD.
Ausblick
Für das vierte Quartal prognostizierte Intel ein weiteres Umsatzwachstum auf 8,1 bis 8,7 Milliarden USD und eine Bruttogewinnspanne von rund 60 Prozent nach 58,2 Prozent im dritten Jahresviertel.
Die Aufwendungen in den letzten drei Monaten dieses Jahres erwartet der Konzern bei 2,2 Milliarden bis 2,3 Milliarden USD.
Zugleich revidierte der Chiphersteller seine Schätzung für die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Gesamtjahr auf 4,3 Milliarden von zuvor angenommenen 4,2 Milliarden USD.
