WLAN: N-Standard wird langsam offiziell
Im Juni sollen die ersten Produkte mit dem offiziell zertifizierten WLAN-Standard 802.11n Draft 2.0 auf den Markt kommen. Erkennbar werden sie mit einem eigenen Logo, das sicherstellen soll, dass die Geräte auch wirklich miteinander kommunizieren können.
Die Zertifizierung soll dem Käufer die Sicherheit geben, dass die Geräte nicht nur zueinander sowie abwärtskompatibel sind, sondern auch den Sicherheitsanforderungen entsprechen, gab die zuständige Wi-Fi Alliance bekannt.
Mit der Zertifizierung reagiert die Wi-Fi Alliance auf den Vorstoß der Industrie, die bereits zahlreiche Produkte mit einer vorläufigen Version des n-Standards auf den Markt gebracht hat.
Unsicherheiten beseitigen
Bei bisherigen Draft-Produkten kann es auf Grund der fehlenden Finalisierung des Standards zu Kompatibilitätsproblemen zwischen Produkten verschiedener Hersteller kommen und weiters auch die Interoperabilität von bestehenden und künftigen Produkten auf Basis des n-Standards nicht hundertprozentig gewährleistet werden.
Dem will die Wi-Fi Alliance nun mit ihrer Zertifizierung entgegentreten. So soll unter anderem auch die jüngste Centrino-Generation von Intel auf ihre Kompatibilität mit anderen Geräten offiziell getestet werden.
WLAN nach dem n-Standard kann Daten theoretisch bis zu fünf Mal schneller als der g-Standard übertragen, und das bis zur doppelten Reichweite.
Industrie drängt seit längerem
Bis dato wollte die Alliance mit der Zertifizierung erst starten, wenn der Standard durch die Electrical and Electronics Engineers [IEEE] ratifiziert wurde - das dürfte allerdings erst frühestens Ende 2008 passieren.
Die Industrie drängt aber schon seit langem darauf, dass der schnellere n-Standard vorangetrieben wird, da er durch die höhere Datenrate auch die Übertragung von großen Datenmengen, wie sie etwa bei hochauflösenden Filmen anfallen, bewältigen kann.
Das dazugehörige neue Logo zeigt an, nach welchem Standard das jeweilige Produkt funken kann.
Auch Firmen sollen umsteigen
Doch nicht nur Privatkunden sollen von der neuen Zertifizierung profitieren, vor allem Geschäftskunden soll damit der Umstieg auf WLAN schmackhaft gemacht werden.
Die Wi-Fi Alliance rechnet damit, dass die Firmen heuer mit den ersten Tests von Geräten mit 802.11n Draft 2.0 beginnen und in den nächsten zwei Jahren ihre Systeme migrieren.
Damit diese Investitionen auch zukunftssicher sind, soll der finale n-Standard mit den bereits von der Wi-Fi Alliance nach Draft 2.0 zertifizierten Produkten voll kompatibel sein, so die Alliance.
Die ersten Geräte wurden bereits zertifiziert, darunter ein Dual-Band-Router von Atheros sowie ein Access-Point von Cisco, zu dem allerdings bisher keine weiteren Informationen vorliegen.
