Batterien und Barbies aus dem Drucker

07.05.2007

Noch kosten sie 2.000 Dollar aufwärts, doch schon bald sollen 3-D-Drucker den Haushalt erobern und fehlende Plastikteile und ganze Roboter "ausdrucken" können. Am Preis und vor allem den Materalien wird noch gefeilt.

Keine Zahnbürste für den unerwarteten Übernachtungsgast oder ein winziges, aber funktionell unabdingbares Plastikteil ist abgebrochen?

Kein Problem, einfach das passende Modell aus dem Netz gesucht, mit dem 3-D-Drucker "plastisch" ausgedruckt und schon läuft alles wieder: So stellen sich Hersteller wie IdeaLab und 3D Systems die nähere Zukunft vor, berichtet die "New York Times" ["NYT"].

Eine Barbie mit Mutters Kopf

Anwendungsbereiche sehen sie viele: "Sie könnten auf die Website von Matell gehen, dort Barbie runterladen, dazu den Kopf Ihrer Mutter einscannen und dann alles ausdrucken - und sie erhalten ein einzigartiges Spielzeug", so der Chef der IdeaLab-Tochterfirma Desktop Factory zur "NYT".

"Ein Meilenstein wäre es, wenn wir einen Roboter drucken könnten, der dann einfach aufsteht und selber weggeht", sagte der US-Professor Hod Lipson von der Cornell-Universität, die einen 3-D-Drucker zum Selberbauen entwickelt hat.

Ihre Drucker können 3-D-Modelle plastisch ausdrucken, indem sie viele Lagen eines Materials übereinander schichten.

Geschmolzenes Plastik

Derzeit wird meist Plastik zum Drucken verwendet, in flüssiger oder auch pulverisierter Form. Das Material wird in dünnen Schichten aufgebracht und dann mittels Hitze, Licht oder Chemikalien gehärtet.

Um allerdings einen voll funktionsfähigen Roboter oder eine Batterie drucken zu können, müssten Materialien mit unterschiedlichen Fähigkeiten im Drucker verarbeitet werden können - etwa Metall.

Feilen am Materialeinsatz

Die Cornell-Universität hat in diesem Bereich viel experimentiert. Ihr Drucker namens Fab@Home eignet sich dafür, da er die Materialien mit einer Art Spritze aufbringt, und hat bereits Objekte aus Gips, "Cheez Whiz" [eine Art Käsedip] und Plastilin erzeugt.

IdeaLab bringt sein eingesetztes Plastik als Pulver auf, das dann bis zum Schmelzpunkt erhitzt und anschließend mit Licht in der gewünschten Form auf eine Walze übertragen wird. Die Walze bringt dann die Schichten des Modells einzeln auf.

Je dünner die Schichten aufgebracht werden können, desto genauer und feiner kann das Modell ausgearbeitet werden.

Ab 2.000 Dollar aufwärts

Im Sommer will IdeaLab 200 Drucker zu einem Preis von 5.000 Dollar ausliefern. Die Firma hofft, den Preis in Zukunft auf unter 1.000 Dollar senken zu können.

3D Systems, ein Pionier beim 3-D-Druck, will 2007 ebenfalls einen Drucker für 10.000 Dollar auf den Markt bringen. In fünf Jahren will aber auch 3D Systems den Preis unter 2.000 Dollar senken.

Der Drucker der Cornell-Universität kann für rund 2.000 Dollar Materialkosten bereits jetzt nachgebaut werden.

(NYT)