Firefox-Browser als eBay-Version

04.05.2007

Die Mozilla Foundation hat am Donnerstag die Beta der Firefox-"eBay-Edition" veröffentlicht, die die Nutzung des Online-Auktionshauses erleichtern soll. Während Kritiker von Open-Source-Ausverkauf sprechen, sieht das die Free Software Foundation nicht so eng: "Wir haben nichts gegen den Kommerz."

Die beiden Unternehmen hatten bereits im März eine Zusammenarbeit angekündigt, ab sofort ist der Browser mit integrierten eBay-Funktionen für Nutzer in Deutschland, Großbritannien und Frankreich verfügbar.

EBay-Sidebar hält auf dem Laufenden

Über eine eBay-Sidebar werden dabei Echtzeit-Updates von eBay-Angeboten innerhalb von Firefox möglich. Der Nutzer kann laut Mozilla die Informationen von "Mein eBay" synchronisieren und schneller auf beobachtete Artikel zugreifen.

Weiters werden über das Add-on Hinweise auf wichtige Ereignisse, eine integrierte Auktionssuche und mehr Sicherheitsoptionen für eBay- und PayPal-Websites angeboten.

Mit Hilfe des Feedbacks der Betatester wollen Mozilla und eBay die Firefox-eBay-Edition für die finale Version verbessern, die später im zweiten Quartal zu erwarten ist.

E-Mail-Client Thunderbird

Die Mozilla Foundation hatte vor kurzem die Version 2 des Open-Source-Programms Thunderbird zum Verwalten und Organisieren von E-Mails fertig gestellt.

Vorwurf des Ausverkaufs hinterfragt

Während der Mehrwert für eBay-Nutzer durchaus erkennbar ist, monieren Kritiker den Ausverkauf, der mit dem eBay-Branding betrieben werde.

In einer ersten Anfrage bei der Mozilla Foundation konnte dieser Vorwurf nicht nachvollzogen werden. Auch die Free Software Foundation Europe [FSFE] hält Mozilla die Stange, wie ORF.at im Gespräch mit Joachim Jakobs erfuhr.

"Wir haben nichts gegen Kommerz"

"Aus unserer Sicht ist das unproblematisch, weil auch wieder abstellbar", sagte Jakobs am Donnerstag. "Wir haben nichts gegen den Kommerz." Schließlich müssten die Entwickler ja auch ihre Familien ernähren.

Solange die "vier Freiheiten" gegeben seien, handle es sich immer noch um freie Software. Letztlich habe

der Anwender ja die Freiheit, eine andere Anwendung zu benutzen oder den eBay-Teil wieder rauszuwerfen.

Geld für neue freie Software

Die FSFE freue sich sehr über die Kreativität im Geschäftemachen. "Ich vermute, dass Mozilla damit Geld eingenommen hat", so Jakobs, "und damit haben sie die Möglichkeit, neue freie Software zu entwickeln."

Firefox sei offensichtlich international so hoch im Ansehen gestiegen, dass internationale Konzerne nun investieren wollen. Das ist für Open Source laut Jakobs durchaus wichtig: "Wir müssen uns professionalisieren, sonst haben wir langfristig keine Chance."

(futurezone | Nayla Haddad)