28.09.2003

SCHNATTERN

MSN findet keine Nachahmer

Um die von Microsoft am Mittwoch angekündigte Schließung seiner MSN-Chatrooms hat sich eine rege Diskussion unter Internet-Service-Providern entsponnen.

Microsoft wird ab dem 14. Oktober seinen MSN-Chat in ganz Europa, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika schließen, ein unmoderierter MSN-Chat steht dann nur noch registrierten Kunden in den USA, Kanada und Japan zur Verfügung.

Stattdessen will Microsoft den MSN-Messenger forcieren, der eigenen Angaben zufolge eine vergleichbare Zahl von Kommunikationsmöglichkeiten in deutlich geschützterem Rahmen bietet.

Filtern und Überwachen

"Alles was MSN hiermit macht, ist Chatroom-User in die Illegalität zu zwingen", kommentierte ein Sprecher des britischen Internet-Service-Provider Freeserve die MS-Ankündigung. Besser wäre es, die User zu registrieren und Chatroom-Moderatoren einzusetzen, so Freeserve.

Auch der deutsche Provider T-Online hat keine Pläne zur Änderung. "Eine Schließung unserer Diskussions-Seiten ist nicht abzusehen", so ein T-Online Sprecher.

Und auch die österreichischen Telekom-Unternehmen tele.ring und UTA wollen ihre Chatrooms nicht schließen. Bei tele.ring filtert ein Webmaster die Chatrooms, um pornographische oder pädophile Nachrichten zu vermeiden.

Sunrise, der zweitgrößte Internet-Provider der Schweiz, ist bereits gegen Missbrauch seiner Chatrooms ausgerüstet. Das Unternehmen beschäftigt "Regulatoren", welche die Chatrooms überwachen und pornographische oder pädophile Inhalte löschen, so Sunrise-Sprecher Mathieu Janin.