Sci-Fi-Autor: "Second Life ist überschätzt"

Stephenson
24.04.2007

Filterung irrelevanter Infos wichtiger

Der Schriftsteller Neal Stephenson, der in seinem Buch "Snow Crash" [1992] eine Online-Welt erschuf, die "Second Life" zum Verwechseln ähnlich ist, interessiert sich nicht für Online-Welten.

17.000 seiner insgesamt rund 30.000 Lebenstage habe er bereits hinter sich, rechnete der 47-Jährige der Netzeitung vor. "Ein räumliches Internet ist eine interessante Idee, aber es gibt andere spannende Möglichkeiten, meine verbleibenden 13.000 Tage zu nutzen."

Zu viel "Müll und Gift im System"

Die Bemühungen um räumliche Darstellung im Netz halte er für überschätzt, sagte Stephenson. Viel wichtiger sei die Schaffung von Filtern, die irrelevante Informationen aus dem Internet aussortieren. Das World Wide Web habe "einen Kater", es gebe zu viel "Müll und Gift im System".

Der 1959 geborene Amerikaner machte unter anderem das Wort Avatar mit seinem Roman "Snow Crash" bekannt. Darin geht es unter anderem um ein dreidimensionales Internet, das von Avataren bevölkert ist. Heute gehört das Wort bei Computerspielern und Nutzern etwa von "Second Life" zum Standardvokabular.

"Second Life"-Betreiber Linden Lab nannte Stephenson explizit als Inspiration für die Online-Welt.

(APA | AP)