Wireless LAN auf einem Chip
Der Chipspezialist Broadcom hat die weltweit erste Ein-Chip-Lösung für Wireless LANs vorgestellt.
Der Chip mit dem Codenamen "AirForce" hat im Gegensatz zur Konkurrenz auch Teile wie Sendeeinheit und Verstärker in einem einzigen Modul integriert. Nicht nur mit der Größe, auch mit Stromverbrauch und niedrigem Preis soll der neue Chip punkten.
"AirForce" ist 14,8 mal 26,5 Millimeter groß und umfasst damit nur ein Siebentel der Größe seines unmittelbaren Konkurrenten, der WLAN-Einheit des Intel-Chips Centrino.
Stromverbrauch, Preis und Chipgröße
"Wir wollen WLAN in mehr Anwendungsgebieten als bloß dem PC
sehen", so Stephen R. Palm, Chefingenieur bei Broadcom. "Da besteht
noch Nachholbedarf. Um den Chip in Unterhaltungselektronik
einzubauen, mussten wir Stromverbrauch, Preis und Größe
berücksichtigen."
Mehr zu "AirForce"Chip für Handhelds und Handys
Er erwartet, dass der Chip zuerst in Handhelds und später in Handys eingebaut werden wird. Künftige Anwendungsgebiete können auch Digicams umfassen.
Der Stromverbrauch beim Senden, Empfangen und Standby beträgt 500, 300 bzw. fünf Milliwatt. Im Vergleich zur Centrino-Konkurrenz konnte der Stromverbrauch damit um 70, 80 bzw. 97 Prozent gesenkt werden.
Broadcoms Erfahrung mit CMOS-Chips und Mixed-Signal-ICs soll Eigenangaben zufolge geholfen haben, das Chipdesign zu realisieren. Dass die Konkurrenz mit ähnlichen Single-Chip-Lösungen in naher Zukunft auf den Markt kommen könnte, diese Angst plagt Broadcom nicht.
Ab dem Jahr 2004 soll der Chip zum Preis von zwölf bis 13 USD bei der Abnahme von 10.000 Stück erhältlich sein. Um einem Produktionsstau zu entgehen, wird der Chip in mehreren Fabriken gefertigt. Dabei kommt ein 0,18-Mikrometer-Prozess zum Einsatz.
Neue WLAN-Standards
Derzeit arbeitet das Unternehmen daran, auch die WLAN-Standards 802.11a sowie 802.11g auf einem Chip unterzubringen. Bei diesen Standards dürfte allerdings der Stromverbrauch steigen.
