Motorola in Österreich auf Platz drei

abgerutscht
19.04.2007

Sony Ericsson hat den US-Handyhersteller Motorola in Österreich nach Marktanteilen auf Platz drei verwiesen. Das Unternehmen konzentriert sich auf neue Kernbereiche.

Die Österreich-Tochter des US-Handyherstellers Motorola fiel im ersten Quartal 2007 bei den Marktanteilen auf den dritten Platz hinter Sony Ericsson zurück, nachdem einander die beiden Unternehmen im Vorjahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten.

"In Zukunft wird man mit dem Namen Motorola aber nicht nur Handys verbinden", sagte Ralf Gerbershagen, Geschäftsführer von Motorola Deutschland, am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

"Nachdem es vor drei Jahren ein Sammelsurium an Geschäftsfeldern gegeben hat, ist das Unternehmen stark umgebaut worden. Die Bereiche Halbleiter und Automotive - wo wir praktisch unter der Motorhaube versteckt waren - wurden abgestoßen", so Gerbershagen.

Inzwischen konzentriere sich Motorola auf drei Kernbereiche, um das Thema Mobilität möglichst umfassend abzudecken. Neben Handys als größter Umsatzbringer sollen nun die Standbeine Breitband ["Connected Home"] sowie Mobilfunkausrüstung und Geschäftskunden ["Networks and Enterprise"] verstärkt werden. "Denn alles, was man heute stationär macht, wird künftig mobil abgewickelt", zeigte sich Gerbershagen überzeugt.

Motorola Österreich setzt laut Schätzungen einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag um und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. Der Gesamtkonzern ist im ersten Quartal 2007 in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Verlust von 181 Mio. Dollar ausgewiesen.

Motorola setzt auf WiMax

Statt den Zugang zum Internet auf kleine Hot Spots zu begrenzen, sollten die Anbieter künftig außerdem größere Flächen abdecken. In Pakistan habe Motorola beispielsweise ein flächendeckendes WiMAX-Netz aufgebaut, durch das rund eine Million Teilnehmer versorgt werden.

Und auch Mobilfunkbetreiber wie die US-amerikanische Sprint und der Chiphersteller Intel würden sich inzwischen zu WiMAX bekennen. In Österreich seien bereits entsprechende Kompetenzen aufgebaut worden, um Unternehmen beim Netzaufbau zu unterstützen.

Intel Deutschland propagiert die Funktechnologie WiMax als ideale Ergänzung zum Mobilfunkstandard UMTS. Die Swisscom startet gerade den Testbetrieb, um die "letzte mobile Meile" mit WiMax zu überbrücken. In Österreich verfügt die mobilkom austria zwar über eine WiMax-Lizenz, hält aber nicht viel davon.

(APA)