Nachspiel für AOL-Europe-Verkauf
Vor einem US-Gericht im kalifornischen Santa Barbara hat ein Prozess gegen den Medienkonzern Bertelsmann begonnen.
Die Kläger, die ehemaligen Bertelsmann-Manager Jan Henric Buettner und Andreas von Blottnitz, beanspruchen eine Beteiligung in Höhe von fünf Mrd. USD [4,43 Mrd. Euro] an den Gewinnen aus den Erlösen der Bertelsmann-Beteiligung an AOL Europe.
AOL Time Warner hatte 2002 die 49-prozentige Bertelsmann-Beteiligung an AOL Europe für 6,75 Mrd. Dollar in bar zurückgekauft und wurde damit Alleinbesitzer von AOL Europe. Auf den Deal hatten sich die Unternehmen allerdings schon 2000 geeinigt.
Bertelsmann verkauft AOL-Europe-AnteileErfolgsbeteiligung einfordern
Buettner und von Blottnitz behaupten, ihnen sei die nun eingeforderte Erfolgsbeteiligung während ihrer Zeit bei der Bertelsmann AG zugesichert worden.
Das Medienunternehmen weist diese Klage als haltlos zurück. Der Prozess begann am Montag mit der Klärung verfahrenstechnischer Fragen. Mitte der Woche werden die Kläger gehört.
Von 1995 bis 1997 war Buettner Geschäftsführer von AOL Deutschland. Von Blottnitz übernahm seinen Posten bis 1999. Heute ist Buettner Geschäftsführer des US-Unternehmens BV Capital, an dem die Bertelsmann AG eine Zehnprozentbeteiligung hält. Von Blottnitz ist der Chef einer Tochterfirma von BV Capital.
