16.09.2003

COPYRIGHT

Letzter unbeugsamer Provider gegen RIAA

SBC Communications, einer der größten Internet-Service-Provider [ISP] der USA, weigert sich nach wie vor standhaft, die Identitäten seiner Kunden der Musikindustrie preiszugeben.

Seit Anfang Juli hat die Recording Industry Association of America [RIAA] mehr als 1.000 Vorladungen an ISPs, darunter die großen Konzerne BellSouth, Comcast, EarthLink, Time Warner Cable und Verizon, ausgesandt, in denen sie dazu aufgefordert wurden, Daten von vermeintlichen Tauschbörsen-Piraten weiterzugeben.

Verizon musste sich der Musikindustrie bereits geschlagen geben. In einem Präzedenz-Urteil wurde der Provider von einem Gericht zur Herausgabe der Kundendaten verpflichtet.

"Fechten jede einzelne Vorladung an"

SBC hat allein rund 300 Vorladungen erhalten und weigert sich, auch nur eine zu beantworten.

Stattdessen plant SBC, die RIAA ihrerseits zu verklagen. "Wir werden jede einzelne Vorladung anfechten, bis uns das Gericht sagt, dass unser Standpunkt aus rechtlicher Sicht falsch ist", so James D. Ellis, Anwalt von SBC.

"Wir stellen uns gegen diese Vorladungen, weil das Vorgehen der RIAA eine Bedrohung für den Datenschutz und die Sicherheit der Konsumenten ist", ergänzt SBC-Sprecher Selim Bingol.

Für RIAA-Anwalt Matthew J. Oppenheim ist der wahre Hintergrund der Gegenwehr klar: "SBC glaubt doch nur, dass die kostenlosen Musik-Downloads ihr Geschäft fördern."