Millionenbuße für France Telecom
Wegen wettbewerbschädigendem Verhalten hat das französische Kartellamt gegen den Telefonkonzern France Telecom [FT] eines der höchsten Bußgelder seiner Geschichte verhängt.
Die Wettbewerbshüter erlegten dem Konzern eine Strafe von 40 Millionen Euro auf, weil er seine Kundenkartei zu überhöhten Preisen an Konkurrenzanbieter von Informations- und Auskunftsdiensten verkaufte.
Die FT habe mehrfach kartellamtliche Anweisungen zur Preissenkung ignoriert und durch seine überhöhten Preise beispielsweise eine Verbilligung von Telefonauskunftsdiensten zum Schaden der Verbraucher verhindert.
16,7 Mio. statt elf Mio. Euro verlangt
Die FT-Kundenkartei gilt wegen seiner ehemaligen Monopolstellung
als einzigartige Datenquelle. Einer Untersuchung zufolge hatte FT im
Jahr 2001 rund 16,7 Mio. Euro durch den Verkauf der Daten
eingenommen, hätte dafür aber nur elf Mio. Euro verlangen dürfen.
Halbjahr 2003: France Telecom kann Gewinn steigernÜberhöhte Preise für Kundendaten
In der Begründung der Entscheidung kritisierten die Wettbewerbshüter, dass der Konzern durch sein Geschäftsgebaren "die Entwicklung von Aktivitäten in Konkurrenz zu FT verhindert hat, insbesondere bei Informations- und Auskunftsdiensten".
Ein Vergleich mit international üblichen Preisen habe gezeigt, dass France Telecom seine Kundendaten zu teuer verkaufe.
Bereits nach Aufhebung des Telefonmonopols 1998 hatte das Kartellamt das Unternehmen aufgefordert, sein Kundenkartei zu einem Tarif nahe des Selbstkostenpreises anzubieten. Der Bescheid war aber wegen Verfahrensfehlern gerichtlich aufgehoben worden.
Der Konzern kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen.
