11.09.2003

WIEN

Streit über Chipkarten-Ausweise für Schüler

Vertreter der HTL Spengergasse in Wien-Margareten verteidigten am Donnerstag die Tragepflicht des Chipkarten-Schülerausweises auf dem Schulgelände.

Der grüne Bildungssprecher Dieter Brosz hatte nach einem Bericht in der ZiB2 Mittwochabend in einer Aussendung Kritik an dem Ausweis geübt und von einem "Schritt zum gläsernen Menschen" gesprochen.

Die neuen Ausweise auf Chipkarten-Basis sind ein Pilotprojekt, das im Auftrag des Bildungsministeriums an der HTL Spengergasse erarbeitet wurde. Laut dem Direktor der Spengergasse, Wolfgang Hickel, sei man sich desseb durchaus bewusst, dass die Chipkarte, was den Datenschutz angehe, "ein heißes Thema" sei.

Man habe die Designs der Ausweise daher auch "in unzähligen Diskussionen" gemeinsam mit Schülern und externen Juristen erarbeitet.

Keine Sanktionen

Hickel betonte, dass die Schüler zwar angehalten seien, die Ausweise zu tragen, bei Nichtbefolgung gebe es allerdings keine Sanktionen. Auch das sei Teil eines SGA-Beschlusses [Schulgemeinschaftsausschuss].

Die Ausweise enthalten an Daten Namen, Geburtsdatum, Schul- und Schülernummer sowie die Klasse. An eine Ausweitung des Umfangs sei keinesfalls gedacht, bestätigte der Projektbeauftragte an der HTL, Walter Weiss.

Mit dem Ausweis könnten die Schüler über eine eingebaute elektronische Geldbörse etwa in der Schulkantine einkaufen, Bücher ausleihen oder kopieren. Auch der Zugang zu bestimmten Labors sei mit dem Ausweis möglich.