China will Handy-Import reglementieren
Die chinesische Regierung will offensichtlich Maßnahmen gegen die Handy-Überproduktion im eigenen Land ergreifen.
So soll es künftig chinesischen Herstellern erschwert werden, ausländische Handys zu importieren und unter der eigenen Marke zu verkaufen.
Derzeit sind in China 37 einheimische und ausländische Handyhersteller zugelassen, die über eine Produktionskapazität von 200 Mio. Einheiten pro Jahr verfügen.
25 chinesische Produzenten verfügen über eine Lizenz zur Mobiltelefonproduktion. Teilweise werden aber Handys von südkoreanischen und taiwanesischen Anbietern gekauft und mit dem eigenen Label versehen, um das fehlende Know-how auszugleichen.
Die Praxis führte zu einem massiven Überangebot auf dem Markt. Mitte Juni warnte Motorola-Chef Mike Zafirovski vor rund 20 Millionen Mobiltelefon, die in China auf Lager liegen sollen. Entsprechend positiv nimmt Motorola die Nachricht auf: "Wir haben eine Menge in China in Produktion, Design, Engineering, Infrastruktur und Anlagen investiert", sagte Motorola-Sprecherin Mary Lamb.
20 Millionen Handys auf LagerProduzenten richten sich ein
Die chinesischen Produzenten beginnen sich indessen auf die beginnenden Import- und "Relabeling"-Restriktionen vorzubereiten. So will TCL, einer der größten Handyhersteller des Landes, die Praxis bis Jahresende überhaupt einstellen.
Derzeit importiert TCL noch ungefähr zehn Prozent "seiner Mobiltelefone" aus ausländischen Quellen, die dann im eigenen Land einfach mit dem TCL-Logo versehen werden.
Auch Legend, der größte PC-Produzent des Landes, will künftig mehr in die eigene Entwicklung stecken, damit die unter seinem Label verkauften Handys auch tatsächlich aus seinen Werkshallen stammen.
Dennoch gehen Beobachter davon aus, dass es in Kürze zu einer massiven Konsolidierungswelle auf dem chinesischen Handymarkt kommen wird.
