10.09.2003

FUSION

BMG und Warner nähern sich weiter an

Die Fusionsverhandlungen der Musikkonzerne BMG und Warner Music sind nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen in der entscheidenden Phase.

Spitzenmanager beider Unternehmen, darunter Bertelsmann-Finanzchef Siegfried Luther und Jeff Bewkes, Chef der Entertainmentsparte von AOL Time Warner, hätten bei einem Treffen in London entschieden, die Gespräche zu intensivieren und letzte Fragen zu klären, hieß es am Mittwoch in den Kreisen.

"Beide Seiten wollen den Deal." Es gebe immer noch Uneinigkeit in einigen Punkten, zum Beispiel in der Kernfrage der Bewertung der beiden Unternehmen. Man habe aber genügend Fortschritte gemacht, um jetzt in die Endverhandlungen zu treten, hieß es in den Kreisen.

Kartellbehörden reden mit

Warner Music ist der viertgrößte Musikkonzern der Welt, BMG der fünftgrößte. Zusammen würden sie zur Nummer zwei der Branche hinter Marktführer Universal aufsteigen.

Bisher waren Zusammenschlüsse unter den fünf großen Musikkonzernen aber an den Kartellbehörden gescheitert. So kamen geplante Fusionen zwischen Warner und der britischen EMI sowie BMG und EMI wegen wettbewerbsrechtlicher Einwände jeweils nicht zu Stande.

Dennoch sind die Verhandlungspartner optimistisch, diesmal die kartellrechtliche Hürde nehmen zu können - unter anderem deshalb, weil das Geschäft mit der Zweitverwertung von Musiktiteln zum Beispiel als Filmmusik und auf Sammel-CDs nicht betroffen sein soll.

Man bereite sich aber auf jeden Fall auf eine ausführliche Prüfung durch die Behörden vor, die bis zu acht Monate dauern könne, hieß es.