Fastweb-Aktienpaket für Swisscom
Fastweb-Verwaltungsratspräsident Silvio Scaglia bietet der Swisscom seinen Firmenanteil an.
Der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom ist beim geplanten größten Kauf seiner Firmengeschichte einen Schritt weitergekommen. Scaglia, Verwaltungsratspräsident der italienischen Breitbandfirma Fastweb, hat seinen 18,7-Prozent-Anteil am Unternehmen der Swisscom angedient.
Der Milliarden-Franken-Deal
Damit hält der blaue Riese bereits rund ein Fünftel an Fastweb. Scaglia bot sein Aktienpaket am Dienstag zu einem Preis von 47 Euro pro Aktie der Swisscom an, wie Fastweb in Mailand mitteilte. Der Anteil hat damit einen Wert von umgerechnet 1,12 Milliarden Franken [knapp 685 Mio. Euro]. Einen Paketzuschlag habe Scaglia nicht erhalten, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber am Mittwoch auf Anfrage.
Das Aktienpaket des Fastweb-Gründers Scaglia hat sich die Swisscom bereits über eine Sondervereinbarung gesichert. Scaglia verpflichtete sich, seinen Anteil innerhalb der ersten drei Tage der Angebotsfrist an die Swisscom zu verkaufen, falls kein anderer Interessent mehr als 47 Euro bietet. Die Angebotsfrist läuft seit Dienstag bis zum 15. Mai.
Bequemes Geschäft für Scaglia
Scaglia kann sich aber im Falle eines höheren Angebots eines anderen Bieters während der Angebotsfrist immer noch zurückziehen. Bis jetzt sei aber kein weiterer Bieter bekannt, sagte Huber.
Das ganze Angebot sei zudem an verschiedene Bedingungen geknüpft. So gilt das Angebot mit einem Gesamtwert von sechs Milliarden Franken [3,67 Milliarden Euro] unter der Bedingung, dass 50 Prozent plus eine Aktie von Fastweb in den Besitz der Swisscom übergehen.
Management soll bleiben
Einen Bericht der Zürcher "Handelszeitung", wonach Swisscom-Fixnet-Chef Ueli Dietiker im Falle einer Übernahme von Fastweb zum italienischen Breitbandanbieter wechseln soll, nannte Huber "pure Spekulation". Man habe im Rahmen der Übernahme immer betont, dass Swisscom mit dem bestehenden Management in Italien zusammenarbeiten wolle.
Die Swisscom verspricht sich von der Übernahme einen Ausbruch aus dem schrumpfenden Heimmarkt. Die EU-Kommission will bis zum 10. Mai über die geplante Übernahme entscheiden.
(APA | sda)
