EBay-System für TV-Werbung abgeblitzt

vs. google
07.04.2007

US-Kabelsender stoppen Tests frühzeitig

Der US-Werbeverband der Kabel-TV-Industrie, Cabletelevision Advertising Bureau [CAB], hat den Testdurchlauf für die Vermarktung von TV-Werbung über ein System des Online-Auktionshauses eBay abgebrochen.

Diese Entscheidung ist für Internet-Unternehmen wie Google, die ebenfalls in den Markt für Werbevermarktung für klassische Medien wie Print, Radio und TV drängen, ein herber Rückschlag. Das Testkonsortium, an dem auch zehn der Topwerber wie Toyota und Microsoft beteiligt sind, sei enttäuscht über diese Entscheidung, berichtet das "Wall Street Journal".

Eigenes Konsortium gegründet

Im Herbst vergangenen Jahres gründeten Werber und Kabelsender gemeinsam mit eBay ein Konsortium, um eBays Online-Werbeauktionssystem zu testen. Nach dem Ausstieg der Kabelsender macht die Teilnahme für die Werber keinen Sinn mehr, denn eBay kann ihnen keine Werbezeiten vermitteln.

Google wird in den USA in den lukrativen Markt mit TV-Werbespots einsteigen. Zusammen mit dem Satelliten-TV-Betreiber EchoStar werde Google einen ersten landesweiten Test starten, kündigte das Unternehmen vor wenigen Tagen an.

Ablehnung für automatisierte Abläufe

Nach der Radiobranche, die bereits ihre Vorbehalte gegen den Vormarsch von Online-Werbevermittlern geäußert hat, lehnt mit den TV-Kabelsendern ein weiterer schwergewichtiger Werbeträger die automatisierte Vermarktung von Werbezeiten ab.

Auch große Medieneinkäufer fürchten die Folgen eines automatisierten Systems. Ihr Erfolg basiert hauptsächlich auf menschlichem Verhandlungsgeschick. Ein automatisches Auktionssystem würde diesen Ansatz unterlaufen. Wie die Radios befürchten auch Kabelsender, dass mit diesem System Werbezeiten zur Massenware verkommen und ihr Wert sinken würde.

Die Gründe für den Rückzug aus dem Test geben die Kabelsender damit an, dass das System wesentliche Teile des Verkaufsprozesses nicht fassen konnte.

(pte.at)