Mannesmann-Prozess nicht vor November
Ein möglicher Strafprozess in der Mannesmann- Affäre wird voraussichtlich nicht vor November beginnen.
Der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, sagte, seine Behörde warte ungeduldig auf eine Entscheidung des Landgerichts über die Zulassung der umfangreichen Anklageschrift. Mocken: "Dazu haben wir noch keine Erkenntnisse." Nach einer Zulassung der Anklage muss die zuständige Landgerichtskammer in dem umfangreichen Verfahren mit dicken Aktenbergen und vielen Zeugen erst einmal terminieren.
Unter den Angeschuldigten sind neben dem früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser die ehemaligen Aufsichtsräte Josef Ackermann, heute Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, sowie Klaus Zwickel, scheidender Chef der IG Metall.
Prozessauftakt verschoben
Die "Welt am Sonntag" berichtet, dass die zuständigen Richter
erst Mitte September über die Annahme der knapp 600 Seiten
umfassenden Anklageschrift entscheiden wollten. Der Prozessauftakt
verschiebe sich dadurch "vermutlich bis zum November".
MannesmannDie Verteidiger der angeschuldigten Manager und Aufsichtsräte hatten dem Gericht mit Ablauf der Frist Mitte Juli umfangreiche Stellungnahmen vorgelegt, wodurch der Aktenberg um mehrere Bände anwuchs..Die sechs Beschuldigten sollen den Vorwürfen zufolge das Gesellschaftsvermögen um bis zu 57 Mio. Euro geschädigt haben. Dabei geht es um umstrittene Prämien und Pensionen in Millionenhöhe, die bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone Anfang 2000 vereinbart worden waren.
Den Ex-Aufsichtsräten von Mannesmann wird vorgeworfen, diese Zahlungen abgesegnet zu haben. Gegen die sechs Beschuldigten wurde Anklage wegen des Verdachts der Untreue oder der Beihilfe zur Untreue erhoben. Die Ankläger haben 61 Zeugen benannt.
