192 Lautsprecher für neuen Kino-Sound
Professor Karlheinz Brandenburg vom Fraunhofer Institut, der das Komprimierungsformat MP3 entwickelt hat, stellt auf der Internationalen Funkausstellung [IFA] ein neues System mit 192 Lautsprechern vor, das absolut realistische Geräuschkulissen in die Kinosäle zaubern soll.
"Die Entwicklung ist wichtiger als der Übergang von Mono zu Stereo", sagt Brandenburg selbst.
Durch die vielen Lautsprecher kann demnach jede beliebige Form einer akustischen Wellenfront nachgebildet werden: "Egal, wo der Zuschauer sitzt, er hört die Dialoge und Effektgeräusche aus der richtigen Richtung und Entfernung", erklärt Wissenschaftlerin Sandra Brix das Projekt namens "Klangfeldsynthese".
Fraunhofer Arbeitsgruppe für Elektronische MedientechnologieAufwendige Aufnahmen
Um die Vorteile des Systems voll zu nutzen, müssen alle Quellen getrennt voneinander aufgenommen werden:
"Stellt sich beim Abmischen im Studio heraus, dass die Sängerin an der falschen Stelle gestanden hat, kann die Schallquelle mühelos im Nachhinein verschoben werden", erklärt Brandenburg.
Bisher können nur die Besucher von Saal drei des Lindenlichtspiele-Kinos im südthüringischen Ilmenau in den Genuss der neuen Techonologie kommen. Mehrere Kinobetreiber sind aber laut den Entwicklern ernsthaft interessiert, scheuten aber bisher die Investition von rund 100.000 Euro pro Kinosaal.
