27.08.2003

DEUTSCHE T

DT-Expansion durch Preispoker verzögert

Die von der Deutschen Telekom [DT] geplante Übernahme des polnischen Mobilfunkanbieters PTC könnte durch einen Rechtsstreit der beiden anderen PTC-Aktionäre Vivendi Universal und Elektrim auf längere Zeit verzögert werden.

"Aus unserer Sicht ist der Verkauf bis zum Ende des Schiedsverfahrens blockiert", sagte Elektrim-Chef Piotr Nurowski am Mittwoch in Warschau und fügte hinzu, der Rechtsstreit könnte "sehr lange Zeit dauern".

Der DT gehören derzeit 49 Prozent der PTC-Anteile. Die restlichen 51 Prozent an PTC, für welche die DT eine Milliarde Euro in bar geboten hat, werden von einer Holding gehalten, an der wiederum Vivendi zu 51 Prozent und der polnische Versorger Elektrim mit Partnerfirmen zu 49 Prozent beteiligt sind.

Preispoker

Kürzlich hatte Elektrim vor einem polnischen Schiedsgericht eine Klage gegen Vivendi wegen Verletzung der gemeinsamen Holding-Vereinbarung eingereicht.

Der französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi reichte in London eine Gegenklage ein. Elektrim hatte im vergangenen Jahr eine Anleihe über 480 Millionen Euro platzen lassen und war dem Bankrott nur knapp entgangen.

Nach Einschätzung einiger Analysten hofft Elektrim durch eine Verzögerung einen höheren Preis erzielen zu können, obwohl die DT betont hat, das Gebot nicht verbessern zu wollen.

Doch der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone dürfte wohl im nächsten Jahr den zweitgrößten polnischen Anbieter Polkomtel zu einem möglicherweise höheren Preis übernehmen, was den Wert von Mobilfunbeteiligungen in dem osteuropäischen Land erhöhen könnte.

"Daher hat es die Telekom derzeit sehr eilig", sagte ein Branchenexperte. Ein DT-Sprecher wollte die Äußerungen des Elektrim-Chefs nicht kommentieren. Das sei eine interne Angelegenheit zwischen Vivendi und Elektrim, sagte er lediglich.

Vivendi hat sich bereits für das Übernahmeangebot der DT ausgesprochen. Der Elektrim-Chef erklärte dazu, ein Ausstieg Vivendis aus PTC müsse zunächst von Elektrim gebilligt werden. "Wir gegen davon aus, dass unser Vertreter im Aufsichtsrat der Holding zustimmen muss, wenn Vivendi seinen Anteil verkaufen will", sagte Nurowski. Sein Unternehmen habe noch nicht entschieden, ob es seinen über die Holding an PTC gehaltenen Anteil verkaufen werde.