Boom für europäischen Gamesmarkt
Der nach eigenen Angaben größte Gamepublisher Electronic Arts [EA] plant in den kommenden Jahren zum absoluten Branchen-Primus zu werden und mit dem europäischen Umsatz den US-Markt zu überrunden.
EA-Europa-Chef Gerhard Florin sagte dazu der "Financial Times Deutschland", dass er einen Umsatz von drei Mrd. Euro pro Jahr in fünf bis sechs Jahren für machbar hält. Das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 30 Prozent.
Die europäischen Spieleverlage Atari und Ubi Soft geben sich gelassen. Auch sie erwarten ein Umsatzwachstum in Europa, jedoch von niedrigerem Ausmaß. "Ich hoffe zwar, dass der Markt so wachsen würde, wie EA sich das vorstellt, doch mehr als 20 Prozent dürften nicht drinnen sein", so Atari-Europa-Chef Christian Gloe.
Derzeit erzielt EA einen Umsatz von 1,72 Mrd. USD, davon wurden über eine Mrd. USD in den USA erwirtschaftet, 519 Mio. USD kommen aus Europa. Die Konkurrenten Take-Two, Activision und Atari, Nummer zwei, drei und vier auf dem Markt, kamen im selben Zeitraum auf je rund die Hälfte des EA-Umsatzes. Ubi Soft kam weltweit auf 453 Mio. Euro.
Electronic ArtsDeutscher Markt rückläufig
Vor allem der deutsche Markt soll nach EA-Plänen das meiste Wachstumspotenzial haben. Seit zwei Jahren jedoch ist der deutsche Markt für Computerspiele rückläufig.
In Deutschland sei zudem vor allem der PC als Gamingstation beliebt, die größten Gewinne erzielen die Gamepublisher jedoch mit Konsolengames, so die "FTD". Rund 75 Prozent der Investitionen bei EA fließen in Konsolenspiele, vorrangig für Sonys PlayStation 2.
Davon stehen jedoch nach Angaben des Verbandes der deutschen Unterhaltungssoftware nur 1,9 Millionen Stück in deutschen Haushalten. In Großbritannien und Frankreich werden vier Mal so viele verkauft.
Konsolen sollen billiger werden
