Telekom Austria überrascht positiv
Die Telekom Austria [TA] hat im ersten Halbjahr 2003 ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 1,932 Mrd. Euro erzielt.
Das Betriebsergebnis [EBIT] ging hingegen auf Grund höherer Abschreibungen um sechs Prozent auf 204,2 Mio. Euro zurück, während das Nettoergebnis um 31,1 Prozent auf 71,3 Mio. Euro stieg, hieß es am Dienstag in einer Ad-hoc-Mitteilung. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 779,6 Mio. Euro.
Mit diesen Ergebnissen liegt die TA über den Schätzungen der von der APA befragten Analysten.
Diese hatten im Schnitt beim Umsatz ein 0,8-prozentiges Plus auf 1,913 Mrd. Euro, beim EBIT einen knapp zehnprozentigen Rückgang auf 195,0 Mio. Euro, einen Nettogewinn von 68,7 Mio. Euro und ein beinahe unverändertes EBITDA von 768,6 Mio. Euro erwartet.
Analysten erwarten schwächeres TA-ErgebnisWeniger Schulden
Der starke Zuwachs beim Nettoüberschuss sei auf die Reduktion der Minderheitsanteile durch den Rückkauf des restlichen 25-prozentigen Anteils an der Mobilfunktochter mobilkom austria im Juni 2002 zurückzuführen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,11 auf 0,14 Euro. Die Nettoverschuldung ging per Ende Juni um 7,3 Prozent auf 2,97 Mrd. Euro zurück.
Für die gesamte TA-Gruppe erwarte der Vorstand für das Gesamtjahr 2003 eine "stabile Entwicklung" des Umsatzes und des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA], teilte die TA am Dienstag weiter mit.
Ein EBITDA-Anstieg im Mobilfunkbereich werde erwartete Rückgänge im Festnetzbereich ausgleichen. 2004 werde man die Dividendenzahlungen für 2003 wieder aufnehmen, bekräftigte die TA.
Im Gesamtjahr 2003 sei weiterhin eine Reduktion von "mindestens 600 Stellen" geplant. Die Zahl der Mitarbeiter der TA-Gruppe reduzierte sich per Ende Juni 2003 im Vergleich zum Juni 2002 von 15.762 auf 14.718 Beschäftigte. Im "Wireline"-Bereich ging die Zahl um 284 Mitarbeiter zurück, im Wireless-Bereich erhöhte sie sich um 51 Beschäftigte.
Mobilkom weiter Cashcow
Im Festnetz-, Internet- und Datenbereich ["Wireline"-Bereich] ist die TA beim Betriebsergebnis [EBIT] von Jänner bis Juni in die roten Zahlen gerutscht. Das EBIT sackte von plus 1,5 Mio. Euro auf minus 5,9 Mio. Euro ab.
Die Umsätze im Wireline-Bereich gingen im ersten Halbjahr 2003 wegen "niedriger Marktvolumina und sinkender Preise" um 2,1 Prozent auf 1,084 Mrd. Euro zurück, das EBITDA reduzierte sich auf Grund der niedrigeren Auflösungen von Rückstellungen für Vorruhestandsprogramme ebenfalls um 2,1 Prozent auf 411,1 Mio. Euro.
Im Mobilfunk stieg der Umsatz dagegen um 7,3 Prozent auf 973,2 Mio. Euro - der Umsatz im Mobilfunkbereich liegt damit nur mehr knapp unter dem Festnetzumsatz [1,084 Mrd. Euro].
Das EBITDA erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 367,2 Mio. Euro, das EBIT ging um 3,4 Prozent auf 208,6 Mio. Euro zurück. Die Zahl der Kunden der mobilkom austria stieg per Ende Juni 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 3,066 Millionen. In Kroatien stieg die Kundenzahl von VIPnet um 20 Prozent auf 1,15 Millionen, in Slowenien erhöhte sich die Kundenzahl von si.mobil um 16,7 Prozent auf 350.100 Kunden.
