20.08.2003

Q3 2003

Das Druckergeschäft rettet HP

Hewlett-Packard [HP] hatte es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Zusätzlich zur Krise in den IT-Branchen musste das von Carly Fiorina geführte Unternehmen auch noch die Fusion mit Compaq verkraften - die größte Firmen-Ehe in der Geschichte der Branche.

Ohne die hoch profitable Druckersparte wäre dieser Mammutakt nach Einschätzung von Branchenkennern kaum zu bewältigen gewesen. Das Geschäft mit Druckern und Zubehör hat sich für den Weltmarktführer als "Gelddruckmaschine" bewährt. Und mit dem Trend zum Drucken digitaler Fotos ist ein Ende des Erfolgs nicht abzusehen.

Geschäft mit Patronen

Der Gewinn der Sparte Bildbearbeitung und Drucken war sogar zweieinhalb Mal so groß wie das Ergebnis, das HP insgesamt vor Steuern erzielt hat - die Computersparten schrieben nämlich Verluste, hinzu kamen hohe Kosten für Restrukturierungen.

Die am Dienstag vorgelegten Zahlen bestätigten damit wieder einmal die Bedeutung des Geschäfts mit Tinte und Toner für HP. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Segment eine operative Marge von 16 Prozent.

Im Bereich Zubehör soll sie nach Schätzungen sogar bei 35 Prozent liegen. "Das sind Spekulationen", kommentiert Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin der Sparte bei HP Deutschland.

In der vergangenen Woche startete Unternehmenschefin Fiorina eine neue Produktoffensive, intern "Big Bang" genannt, die noch mehr Konsumenten von der neuen Technik rund um digitale Fotografie und Unterhaltung überzeugen soll. Im oberen Preissegment für Firmenkunden stellt HP neue Großformatdrucker vor und bietet über die 2002 zugekaufte Firma Indigo auch professionelle Farbdrucksysteme an.

Patronenrückgabe

Die Patronen sind immer noch die wichtigsten Komponenten der Drucker: "Unfairerweise werden sie mit einem Staubsaugerbeutel verglichen. Aber dahinter steckt hoch komplizierte Technologie", erklärt Stachelhaus.

Rund 3.000 Patente hat HP allein für Tintenpatronen angemeldet, die von Wettbewerbern zwar nachgefüllt, aber nicht nachgebaut werden können.

Der Kritik von Umweltschützern will das Unternehmen mit einem Rücknahme-Service auch für Privatanwender begegnen, der im Herbst starten soll. Die Details stehen allerdings noch nicht fest.