Deutschlands Polizei setzt auf Datamining
Die Umstellung der alten deutschen Polizei-Computersysteme auf den neuen bundesweiten Rechnerverbund "Inpol-Neu" läuft ohne Schwierigleiten.
"Der Prozess läuft planmäßig", sagte die Sprecherin des Bundeskriminalamts [BKA], Martina Link, am Sonntag in Wiesbaden. "Inpol-Neu" soll Zug um Zug die bisherigen, noch aus den 70er Jahren stammenden Systeme ablösen, bei denen mit hohem Aufwand in unterschiedlichen Dateien nach Straftätern, Kriminalakten, Haftstrafen oder Tatwerkzeuge gesucht werden muss.
Bedrohung von außen wird nicht gesehen: "Es ist ein von öffentlichen Netzen strikt getrenntes eigenes Netz".
Umstellungsarbeiten in Einzelschritten
Die Umstellung soll im Lauf dieser Woche abgeschlossen werden.
Mit dem riesigen Datamining-System soll von 270.000 Abfragestellen
aus die Suche nach Tätern, Beweisstücken und vor allem nach
Beziehungsgeflechten so leicht sein wie das Surfen im Netz. Neben
den 16 Länderpolizeien sollen auch Bundesgrenzschutz,
Zollkriminalamt und das BKA selbst an "Inpol-Neu" angeschlossen
werden. Die Umstellungarbeiten laufen über Tage hinweg in einer
Vielzahl von Einzelschritten.
BKAEin erster Anlauf zu einem bundesweiten Recherche-System war im April 2001 gescheitert. Das damalige System sollte mit einem Schlag gestartet werden, es brach bei einem Probelauf zusammen. Wirtschaftsprüfer schätzten den damit verbundenen Schaden auf 60 Millionen Euro.
Bei dem neuen System sieht Horst Müller von der Gewerkschaft der Polizei den Rechnerverbund auf einem guten Weg. Einige Länder testen schon seit Monaten erfolgreich den neuen Verbund. Die Verbindungen zu wichtigen Datenbeständen wie dem Kraftfahrtbundesamt funktionieren laut Müller reibungslos.
