Neue Software für Fotografen

PMA
08.03.2007

Am Donnerstag beginnt die PMA, die wichtigste Fotomesse der USA. Adobe stellt Photoshop CS3 vor und Microsoft sein neues Bildformat HD Photo, das mittelfristig JPEG ablösen soll.

Von Donnerstag bis Sonntag findet in Las Vegas die Fachmesse der US-amerikanischen Photo Marketing Association [PMA] statt. Während die Kameraproduzenten im Vorfeld der Messe eher unspektakuläre Geräte präsentierten - wenn man von Canons neuer Flaggschiff-Kamera EOS-1D Mark III absieht -, tut sich im Bereich der Software-Entwicklung mehr.

Photoshop CS3 in zwei Versionen

So gab Grafiksoftware-Marktführer Adobe am Donnerstag bekannt, zum Start seiner Bildbearbeitungssoftware Photoshop CS3 am 27. März zwei verschiedene Versionen anbieten zu wollen.

Zusätzlich zur herkömmlichen Variante von Photoshop CS3, die registrierte User bereits seit geraumer Zeit als Betaversion bei den Adobe Labs herunterladen können, soll es eine Version namens Photoshop CS3 Extended geben, die auch Fähigkeiten mitbringt, die von Filmemachern und Designern von 3-D-Objekten benötigt werden. Auch Trickfilmzeichner werden sich über neue Rendering-Optionen und Exportfunktionen in Videoformate freuen.

Kürzlich kündigte Adobe auch an, in naher Zukunft eine "Light"-Version von Photoshop als kostenlose Web-Anwendung bereitstellen zu wollen.

Anti-Fälschungssoftware

Unterdessen berichtet das US-Magazin "Wired", dass Adobe zusammen mit dem Forensikspezialisten Hany Farid vom Dartmouth College an einer Software arbeite, die es ermöglichen solle, ein Foto zu der Kamera rückverfolgen zu können, mit der es angefertigt wurde. Die Technologie solle noch 2008 als Plug-in für Photoshop angeboten werden.

Erst im Dezember hatte Reuters-Chef Tom Glocer anlässlich einer Rede in Tel Aviv, in der es um die Fälschungen des Reuters-Freelancers Adnan Hajj im Kontext des jüngsten israelischen Angriffs auf Beirut ging, angekündigt, dass Reuters gemeinsam mit Canon und Adobe an einer Workflow-Lösung arbeite, die Fälschungen an Digitalfotos rückverfolgbar mache. Bisher schwiegen sich die beteiligten Unternehmen allerdings über diese Entwicklung aus, auch Adobe schweigt sich auf Nachfragen von ORF.at zu diesem Thema aus.

Microsoft HD Photo

Zum Start der PMA hat auch Microsoft sein Bildformat HD Photo offiziell vorgestellt. Wenn es nach Redmond geht, wird HD Photo JPEG ablösen.

Eigentlich ist HD Photo kein neuer Standard. Bis November 2006 hieß das Format noch Windows Media Photo. Nach Angaben des US-Nachrichtendienstes ZDNet hat Microsoft vor, HD Photo in naher Zukunft zur Standardisierung einzureichen und offen zu legen. Ein Indiz dafür ist auch die Zusammenarbeit mit Adobe.

Plug-ins für Photoshop

Microsoft kündigte am Donnerstag an, im Lauf der kommenden zwei Monate kostenlose Plug-ins für Photoshop CS2 und CS3 anbieten zu wollen, mit denen das Adobe-Programm HD-Photo-Bilder verarbeiten können soll. HD Photo fällt auch schon unter Microsofts Open Specification Promise, also das Versprechen, Verwender des Standards nicht auf Verletzung geistiger Eigentumsrechte zu verklagen.

Die Vorteile von HD Photo sind laut Microsoft eine gegenüber JPEG doppelt so effiziente Bildkompression sowie 16 oder 32 Bit Farbtiefe statt nur acht Bit bei JPEG.