40 Jahre tragbare Musik
Musik für unterwegs gehört heute praktisch zur Selbstverständlichkeit, egal ob mittels CD- oder MP3-Player abgespielt.
Den Anfang dazu und gewissermaßen auch den Startschuss für die Popkultur hat jedoch ein heute fast vergessenes Speichermedium gemacht: Die Musikkassette, die dieser Tage ihren 40. Geburtstag feiert, wie der Elektronikkonzern Philips mitteilt.
Im Jahr 1963 stellte das niederländische Unternehmen auf der Berliner Funkausstellung die so genannte Audio Compact Cassette vor, die damals noch 60 Minuten Musik fasste.
Im Gegensatz zur damals üblichen Vinyl-Schallplatte war die Kassette handlich und robuster, obwohl zu häufiges Abspielen oftmals zum Bandsalat führte.
1963 kam auch der erste, damals "sprechende Notizbuch" genannte, Kassettenrecorder von Philips auf den Markt, der "Taschen Recorder 3300". Er konnte sowohl mit Batterien als auch mit Netzstrom betrieben werden. 1968 kamen dann erste Abspielgerät für Autos auf den Markt.
PhilipsEigene Zusammenstellungen auf MC
Die Audiokassette ermöglichte das praktikable Aufnehmen von Mitschnitten aus dem Fernsehen und Radio, damals noch in Mono, für den breiten Markt.
Auch Schallplatten konnten derart überspielt und dupliziert und Songs nach dem eigenen Geschmack gereiht werden. Damit dürfte wohl, rein geschichtlich betrachtet, der Grundstein für das heute praktizierte Tauschen von Musik gelegt worden sein.
Ende der 70er Jahre brachte dann Sony den Walkman auf den Markt, ungefähr zur gleichen Zeit kamen die ersten Getto-Blaster auf. Beide prägten nicht nur das Lebensgefühl des kommenden Jahrzehnts, der Walkman mit Hang zum Understatement, während es beim Getto-Blaster oftmals nicht groß genug sein konnte, sondern verhalfen der Musikkassette auch zu großer Verbreitung.
Von CD fast verdrängt
Faktisch ausgebremst wurde die Musikkassette durch die Einführung
der CD Anfang der 80er Jahre, die mittlerweile die Kassette hier zu
Lande fast vollständig ersetzt hat. Gebrauch findet die
Musikkassette laut Philips hauptsächlich noch auf dem Hörbuchmarkt
und wohl auch in Kinderzimmern.
20 Jahre Compact DiscRed Book für CDs
Auch an der Entwicklung der CD, die letztes Jahr 20 Jahre alt wurde, war Philips beteiligt.
Philips und Sony arbeiteten nahezu zeitgleich und zunächst unabhängig voneinander an eigenen CD-Projekten.
Schließlich einigte man sich jedoch auf einen gemeinsamen CD-Standard, der Normen und Spezifikationen zur Datenspeicherung, Fehlerkorrektur etc. im so genannten Red Book [IEC-908] festlegt.
Diese Norm ermöglicht es, dass heute jeder CD-Player und jedes CD-ROM-Laufwerk jede Audio-CD abspielen kann.
