MySpace für alle
Das US-Start-up Ning ermöglicht das Erstellen von Social-Networking-Sites nach dem Muster von MySpace und YouTube. Neben Privatpersonen entdecken auch Unternehmen zunehmend den Reiz maßgeschneiderter Online-Communitys.
Anfang vergangener Woche präsentierte sich das bereits 2005 gegründete Start-up Ning in neuem Gewand. Das vom Netscape-Gründer Marc Andreesen und Gina Bianchini geleitete Unternehmen ermöglicht es seinen Nutzern, in wenigen Minuten Social-Networking-Sites nach dem Vorbild von MySpace und YouTube zu erstellen.
Dabei können die für die eigene Online-Community gewünschten Features - von Videos und Fotos über Foren bis hin zu Blogs - einfach mittels Drag & Drop angeordnet werden. Auf Knopfdruck ist die eigene Social-Networking-Site dann im Netz verfügbar.
Finanzierung über Werbung
Bisher haben rund 1.900 Personen davon Gebrauch gemacht und die Welt der Online-Communitys unter anderem um Plattformen zu kleineren Brauereien [microbrews], zur TV-Serie "Battlestar Galactica" und zu PEZ-Figuren erweitert.
In der Basisversion sind die maßgeschneiderten Social-Networking-Sites von Ning gratis und werden über zugeschaltete Werbung finanziert.
Gegen Bezahlung von rund 20 US-Dollar im Monat kann auf der eigenen Online-Community selbst Werbung verkauft werden. Zusätzliche Bandbreite und Speicherplatz kosten weitere zehn US-Dollar.
Auch Cisco setzt auf Social Networking
Aber auch der US-Netzwerkausrüster Cisco will in das Geschäft mit Software für Online-Communitys einsteigen. Nächste Woche wird das Unternehmen den Kauf der Social-Networking-Site Tribe.net bekannt geben, berichtet die "New York Times". Mit Hilfe der Tribe-Technologie will Cisco seinen Kunden dabei helfen, maßgeschneiderte Social-Networking-Sites zu entwickeln.
Cisco, das als Netzinfrastrukturanbieter zuletzt stark vom Online-Video- und Social-Networking-Boom profitierte, will vor allem Kunden aus dem Mediensektor beim Aufbau eigener Online-Plattformen unter die Arme greifen.
Bereits Anfang Februar hatte der Netzwerkausrüster den Social-Networking-Software-Anbieter Five Across übernommen.
Finanz-Community von Reuters
Vom Cisco-Angebot könnte schon bald auch die Nachrichtenagentur Reuters Gebrauch machen. Diese plant ein "MySpace für Finanzen", wie Reuters-Chef Tom Glocer Ende vergangener Woche ankündigte.
Mit der Social-Networking-Site, die noch heuer an den Start gehen soll, will Reuters Fondsmanager, Händler und Analysten zum Erfahrungsaustausch im Netz ermuntern.
Auch die Londoner Saatchi Gallery ist bereits seit Mai 2006 mit einer Social-Networking-Site im Netz vertreten. Die von der Galerie betriebene Online-Community Your Gallery wird mittlerweile weltweit von mehr als 20.000 Künstlern zum Knüpfen von Kontakten genutzt.
