Motorola gewinnt gegen Uzan-Familie
Im Rechtsstreit mit dem Telekomausrüster Motorola ist die prominente türkische Unternehmerfamilie Uzan von einem US-Gericht zu 4,26 Milliarden USD [3,8 Mrd. Euro] Entschädigungszahlung verurteilt worden.
Mitglieder der Uzan-Familie sollen einen Riesenbetrug durchgeführt haben. Es ging um Milliardenkredite von Motorola zum Ausbau einer türkischen Mobilfunkfirma.
Der New Yorker Bundesrichter Jed S. Rakoff ordnete zudem die sofortige Festnahme der Beklagten an, falls sie in die USA kommen sollten.
Motorola ist einer der weltgrößten Handyhersteller und Mobilfunkausrüster. Die finnische Firma Nokia hatte ebenfalls gegen die Uzan-Familie geklagt.
Mehr als eine Mrd. USD abgezweigt
Das New Yorker Gericht verurteilte Mitglieder der Uzan-Familie
und die von ihnen kontrollierten Firmen zu 2,13 Mrd. USD
Schadenersatz und zu 2,13 Mrd. USD Strafentschädigungen. Die Uzans
hätten unter dem Vorwand, Finanzierungen für eine türkische
Telekom-Gesellschaft zu bekommen, mehr als eine Milliarde USD Gelder
der Kläger für eigene Zwecke abgezweigt.
MotorolaDie Uzan-Familie wolle Berufung gegen die Entscheidung einlegen und rechne damit, dass diese von dem Berufungsgericht rückgängig gemacht werde, berichtete die "New York Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe.
Die Entscheidung resultierte aus einer Serie von Finanz- und Lieferabkommen, die von April 1998 an zwischen Tochterfirmen von Motorola und Telsim abgeschlossen worden waren. Motorola stellte Telsim Ausrüstungskredite, Finanzierungsmittel für den Kauf einer GSM-Mobilfunklizenz von der türkischen Regierung sowie die Hauptkomponenten für eine GSM-Mobilfunksystem zur Verfügung.
Die Uzans hatten zeitgleich mit Nokia ein ähnliches Abkommen abgeschlossen, ohne Motorola zu informieren.
