31.07.2003

".AT"

Kritik an überteuerten Domainpreisen

Österreichische Domains sind im EU-Vergleich preislich sehr hoch angesiedelt. Nur in Schweden und Norwegen kosten Internetadressen noch mehr.

Dies geht aus einer Studie des Instituts für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Wien hervor, die im Auftrag des Webhosters domainfactory erstellt wurde.

Domainfactory fordert von der zuständigen österreichischen Domainvergabestelle nic.at nun eine Preissenkung für österreichische Domains.

Großer Unterschied zu Deutschland

Billiger als in Österreich sind Internetadressen aus Frankreich [75 Euro], Belgien [50 Euro], Niederlande [30 bis 40 Euro], Italien [27,01 Euro], Ungarn [21 Euro], Deutschland [20 Euro] und Großbritannien [19,4 Euro].

Besonders eklatant sind die Preisunterschiede laut der Studie im Vergleich zu Deutschland: Die Registrierung einer ".de"-Domain kostet im ersten Jahr fünf Euro, jene einer ".at"-Domain zwischen 30 und 60 Euro.

In den Folgejahren schlägt eine ".de"-Domain mit rund drei Euro, eine ".at"-Domain mit 15 bis 30 Euro zu Buche.

Gebührensenkung statt Millionengewinne

".at"-Domains werden in Österreich von nic.at vergeben und von der Admin Verwaltungs- und BetriebsgesmbH administriert. Beides sind 100-Prozent-Töchter der Internet Privatstiftung Austria, deren Stifter sind die Universität Wien und der Verein der Internet Service Providers Austria [ISPA].

Domainfactory-Geschäftsführer Oliver Marburg fordert nun eine Offenlegung der Ausschüttungen der Internet Privatstiftung Österreich. Denn eine Preissenkung um knapp ein Drittel sei schon alleine aus dem Bilanzgewinn bei nic.at möglich.

Die Privatstiftung sei aufgefordert, ihrem Stiftungszweck nachzukommen und die Preise zu senken, so Marburg.