SMS-Scheidungen gültig, aber unmoralisch
Die malaysische Regierung hat nun eine Entscheidung eines religiösen Gerichts gekippt, nach der die Scheidung per SMS erlaubt war.
Das Eherecht soll nun verschärft werden und die Einleitung des Scheidungsverfahrens via Kurzmitteilung, E-Mail oder Fax untersagen.
"Wir müssen das stoppen, denn es ist unmoralisch und für die Gesellschaft inakzeptabel", sagte der Regierungsberater für Religionsfragen, Abdul Hamid Othman, der in der letzten Woche die Scheidung via SMS noch gebilligt hatte.
Solange das Anliegen klar und unzweideutig formuliert werde, entspreche eine Scheidung per SMS den Gesetzen der Sharia. "SMS ist nichts anders als eine andere Form des Schreibens," so Othman.
Recht auf Scheidung per SMS bestätigtHeftige Proteste
In Malaysia akzeptierte in der vergangenen Woche ein Richter die SMS-Botschaft eines Mannes an seine Frau als gültige erste Benachrichtigung.
Die Entscheidung löste Proteste unter Frauenrechtsorganisationen aus, die diese als frauenfeindlich kritisierten.
Ministerpräsident Mahathir Mohamad erklärte nun, die Mitteilung der Scheidungsabsicht als Textnachricht über das Mobiltelefon sei zwar nicht illegal. Sie sei jedoch keine "angemessene Art, sich scheiden zu lassen".
Mahathir beantragte daher eine Überprüfung des Scheidungsrechts. Sein Kabinett nahm dazu am Mittwoch erste Beratungen auf.
Im Islam ist eine Scheidung durch den Mann eine relativ einfache Sache. Es genügt, wenn der Mann die Scheidungsabsicht in Gegenwart der Frau drei Mal ausspricht.
